„Politiker sind immer wieder zu Aussagen fähig, bei denen sich einem die Fußnägel hochrollen“, stellte der „Wort“-Leitartikler am Samstag fest. Im Visier: Die frühere CSV-Mittelstandsministerin, die bis dato kein Problem darin sieht, dass der Präsident des Wohnungseignervereins die Reform der gewerblichen Mietverträge höchstselbst redigierte. „Auch im Land des institutionalisierten Lobbyismus - von den Berufskammern bis zum Staatsrat“, so der Chefschreiber, werde es höchste Zeit, das Bewusstsein für Interessenkonflikte zu schärfen. A propos Bewusstsein: Der „Tageblatt“-Editorialist fordert die Sozi-Bosse auf, mal zu überlegen: „Man nenne auch nur einen triftigen Grund, noch sozialdemokratisch zu wählen, wenn nicht aus Gewohnheit oder aus Sympathie mit einigen herausragenden Köpfen der Sozialdemokratie!“. Gesellschaftspolitscher Fortschritt? Das sei auch mit der DP zu bekommen. Der Index? Sei leicht zu verteidigen, wenn er inflationsbedingt sowieso selten anfällt. Der Autor sieht die LSAP, in der ein „Richtungsstreit“ tobe, heute sogar vor der „Zerreißprobe“ - „weiter auf wirtschaftsliberalem Kurs segeln oder Rückbesinnung auf „sozialistische Werte“, wobei diese genauer zu umreißen wären“ - und bringt sogar die Parteispaltung aus den 1960ern ins Spiel. Brrr. Da rollen sich einem die Fußnägel hoch.
Hochgerollt
journal.lu - 30.08.2015

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