Als alarmierend beschrieb der Präsident des „Comité de surveillance du sida“, Dr. Vic Arendt, die Anzahl der HIV-Neuinfektionen in Luxemburg: 96 waren es im Jahr 2014, was einen Anstieg um 15 Prozent gegenüber 2013 bedeutet. Noch dazu handelt es sich um die höchste Zahl an HIV-Diagnosen, die bislang in Luxemburg gestellt wurde. Die Männer überwiegen deutlich (62). Besonders die Zunahme unter den Drogenabhängigen bereitet ernste Sorgen. 2013 hatten sich sieben Personen durch den Austausch von Spritzen infiziert, 2014 waren es 18. 37 Personen haben sich indes durch heterosexuelle Kontakte angesteckt, 35 bei homo- oder bisexuellem Geschlechtsverkehr.
Schnelle Tests, geringeres Risiko
Drei Menschen sind im letzten Jahr an den Folgen von Aids gestorben. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto geringer ist das Risiko, dass die Krankheit Aids ausbricht. Betroffene können durch die Einnahme von Medikamenten relativ normal weiterleben. Um HIV/Aids-Tests zugänglicher zu machen, organisiert die HIV Berodung vom 6. bis zum 11. Juli erstmals eine „Semaine Nationale de dépistage VIH/Sida“, während der man sich anonym und kostenlos testen lassen kann.
Weltweit tragen mehr als 36 Millionen Menschen das HI-Virus in sich. Alleine in Europa sind es 2,3 Millionen. Eine von drei Personen soll sich dessen überhaupt nicht bewusst sein, hieß es gestern während der Vorstellung der Kampagne. Entsprechend wächst das Risiko, andere anzustecken. Seit 2009 sind in Luxemburg Schnelltests möglich. „Innerhalb von zehn Minuten liegt das Resultat vor“, erklärte Henri Goedertz, Direktionsbeauftragter der HIV Berodung. Die Mitarbeiter der Beratungsstelle werden nächste Woche mit ihrer mobilen Interventionseinrichtung DIMPS (Dispositif d’Intervention mobile pour la Promotion de la Santé sexuelle) quer durchs Land unterwegs sein und HIV-Schnelltest anbieten.
Weitere Infos unter www.sida.lu


