BORN
CLAUDE KARGER

Tour im Sauertal: Auf der „Deiwelskopp“ bei Born

Was zum Teufel es wohl mit der „Deiwelskopp“ auf sich hat? Das fragten wir uns, als wir letzten Samstagnachmittag aufbrachen, den mit Teufelchen samt Dreizack markierten Weg über Born im Sauertal zu erkunden. Im Winter, so finden wir heraus, soll in der Gegend manchmal Kondensierungsdampf aus Bodenspalten hervorsteigen. Das sieht dann aus, als ob die „Deiwelskopp“ eine direkte Verbindung zur Hölle habe...

Bauen ohne Mörtel

Keine Hölle aber eine Menge kleiner und größerer Höhlen gibt es tatsächlich in den Felsformationen in dieser schönen und ruhigen Gegend, die zum Müllerthal gehört. Das Gestein wurde in früheren Zeiten unter anderem zum Bau von Trockenmauern genutzt.
Das Mauerwerk ohne Mörtel war einst eine Standard-Technik zur Errichtung von Weinbergterrassen, Gärten in abschüssigen Lagen, Begrenzungsmauern und vieles mehr. In den Wiesen und Wäldern rund um Born (Gemeinde Mompach) findet man noch zahlreiche Zeugnisse davon.

Lehrreicher Pfad

Gekennzeichnet ist die obstgartenreiche Gegend vor allem aber auch durch ihre Trockenrasen auf dem sehr nährstoffarmen Muschelkalkuntergrund. Hier gedeihen wie sonst an nur wenigen Stellen in Luxemburg angepasste Pflanzen, diverse Kräuter, vor allem aber auch Orchideen.
Der „Deiwelskopp“-Weg ist denn auch ein Orchideenlehrpfad, an manchen Stellen sind seltene Pflanzen durch gelbe Schildchen gekennzeichnet, wobei man schon gut hinsehen muss, um sie zu finden. In der Hochsommerhitze begegneten wir lediglich nur einigen verdorrten Orchideenexemplaren. Um sie in voller Pracht zu sehen, sollte man sich am besten zwischen Mai und Juni hier im Naturschutzgebiet (seit 2004) mit einer Fläche von 60 Hektar aufhalten.

Herausforderung für Wanderer

Für Wanderer gibt es hier jedenfalls eine Menge Alternativen, die bisweilen wegen den zu bewältigenden reichlichen Höhenmetern ganz schön anstrengend sein können. Für die grenzüberschreitende Rundwanderroute „NaturWanderPark delux: Felsenweg 4“ über 30 Kilometer veranschlagt man so am besten zwei Tage. Auch, weil man sich die Zeit nehmen sollte, die atemberaubenden Aussichten zu genießen.

Salz aus Born

Dass das Sauertal reich an besonderen Quellen ist, ist eigentlich allgemein bekannt. Vor allem durch das Rosporter Mineralwasser, das seit 1959 aus einer 1955 entdeckten, kohlensäurehaltigen Quelle abgefüllt wird. Weniger bekannt ist, dass bei Born jahrhundertelang – mindestens zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert - Salz gewonnen wurde. Aus dem roten Sandstein sprudelte nämlich eine Quelle, dessen Ausschüttungsmenge und Salzgehalt offenbar die Mühe wert waren, hier ein Gradierwerk zu errichten. Darin wird Quellwasser über Reisigbündel geleitet und in einem Becken aufgefangen, wobei gelöste Stoffe wie Eisen, Kalk oder Gips in den Zweigen hängen bleiben. Das Wasser gelangt in Becken. Durch den Prozess wurde es immer salzhaltiger. Durch Verdunstung gewann man dann den wichtigen Stoff für die Konservierung von Lebensmittteln. Die genaue Lage der Quelle ist heute unbekannt, aber bei Born weist noch eine Tafel auf die einstige Aktivität hin.
Mehr: tinyurl.com/FelsenwegLU, tinyurl.com/Deiwelskopp