LUXEMBURG
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Durch Trockenheit und Schädlinge fallen Massen an Schadholz an - Das drückt den Preis und bringt die Branche in Schwierigkeiten - Wie die Regierung hilft

Trockenheit seit mehreren Jahren und dann der fiese Schädling Borkenkäfer: Unsere Wälder stehen unter außergewöhnlichem Stress. Und mit ihnen die Forstwirtschaft. Durch Unmengen an Schadholz werden die Waldbesitzer ihr Holz kaum mehr los. Während die Preise stark eingebrochen sind, müssen sie mehr Mittel aufwenden, um schneller gegen Plagen wie den Borkenkäfer vorgehen zu können. Vor diesem Hintergrund hatten sich die beiden DP-Abgeordneten Max Hahn und André Bauler unlängst mit einer parlamentarischen Frage an Umweltministerin Carole Dieschbourg (déi gréng) und Wirtschaftsminister Franz Fayot (LSAP) gewendet, um zu erfahren, wie die Regierung der Branche unter die Arme greifen möchte.

Die Borkenkäferplage

Es gibt eine Unterstützung für Waldbesitzer, die von der Borkenkäferplage getroffen sind  - übrigens verursachen besonders zwei der rund 50 Borkenkäferarten großen Schaden: der Buchdrucker (Ips typographus) und der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus).

In den letzten drei Jahren seien 55 Hilfsanträge in diesem Kontext eingereicht worden. Davon betrafen 47 die Aufforstung von Flächen, in denen die Insekten wüteten. Acht Anträge gab es für Umzäunungen von Baumpflanzungen. Grünes Licht habe es für alle Anträge gegeben, schreibt die Ministerin, allerdings sei bislang nur in einer Akte Geld geflossen.

Um die Wiederherstellung der Baumbestände zu fördern, wurde Ende 2019 auch das Programm  „Klima-Bonus Bësch“ ausgelobt, das auf widerstandsfähige Baumarten und strukturierte Laubwälder setzt. Nach einer Auswertung dieser Beihilfen sei die Naturverwaltung nun dabei, die Anträge zu vereinfachen und so zu gestalten, dass sie kohärent mit anderen Förderungen sind.

„Prinzipiell möchte die Regierung nicht in den Holzmarkt eingreifen“, wiederholen die Minister gleich mehrmals in ihrer Antwort auf die Frage, wie der Holzpreiseinbruch (besonders beim Fichtenholz) abgefedert werden könne.  

Hoffnung in das „Wood Cluster“

So werde der Staat sicher nicht mehr Holz aufkaufen, als das, was er für den Eigenbedarf benötigt. Auch würden keine Zwischenlagerstätten für Schadholz angeboten. Allerdings können Waldbesitzer und Betriebe von einer schnellen Genehmigungsprozedur profitieren, um solche Stellen in Grünzonen zu errichten. Besonders Nadelhölzer verwittern im Freien recht schnell und können dann nicht mehr etwa im Bausektor verwendet werden. Wasserberieselungsanlagen würden übrigens grundsätzlich nicht genehmigt, wegen der hohen Schadstoffbelastung fürs  Grundwasser, schreiben die Minister, die stark auf das von Luxinnovation gemanagte „Wood Cluster“ der holzverarbeitenden Betriebe  setzen.

Ein „Wood Mapping“ habe gezeigt, dass es insgesamt 1.277 Betriebe hierzulande gibt (rund 19.000 Arbeitsplätze), die in irgendeiner Weise Holz benötigen (nachhaltiger Bau, Industrie, Energie, Handwerk...). Aus dem „Wood Cluster“ ist zu erfahren, dass das Überangebot von Schadholz und der sich daraus ergebende Preisverfall bereits erste Auswirkungen bei den ersten Akteuren aus der Verarbeitungskette hat, nämlich Forstbetriebe und Sägewerke.

Der digitale „Holzhaff“

Zu den Überlegungen hinsichtlich des Aufbaus nachhaltiger Verarbeitungsketten gehören  etwa die vermehrte Nutzung von Laubholz, das derzeit wenig gebraucht werde, die stärkere Vernetzung der lokalen und regionalen Holzwirtschaft, die Förderung des Holzbaus und der Einsatz der Digitalisierung in der Branche. In diesem Sinne befinde sich derzeit eine digitale „Holzhaff-Plattform“ in Ausarbeitung, um Angebot und Nachfrage besser abzustimmen, aber auch eine Zertifizierung, um das „Holz der kurzen Wege“ stärker zu valorisieren.

Die Nachhaltigkeit der Forste sehen die Minister nicht gefährdet: „Die Wälder werden sich durch den Klimawandel verändern, blieben aber als ein wichtiges, multifunktionales und natürliches Ökosystem erhalten, wenn wir sie schützen und nachhaltig und naturnah bewirtschaften“. Um den Akteuren aus der Branche bei der Anpassung zu helfen, passt die Regierung ihren Maßnahmenkatalog laufend an und arbeitet derzeit etwa an einer neuen Prämie für die Ökosystemleistungen von naturnahen und klimaresilienten Laubwäldern ab 2021, an einem neuen Forstsubsidienreglement, an Klimaresilienz-Beratern, an einem neuen Informationssystem für die Auswahl von standortgerechten Baumarten mit der Unterstützung einer digitalen Waldbodenkarte ab diesem Herbst oder an der Überprüfung der Nachhaltigkeitskriterien für den Holzschlag und die Holznutzung. Außerdem können die Unternehmen der Branche auch die Fit4-Programme von Luxinnovation nutzen, um sich etwa in Sachen Kreislaufwirtschaft oder Digitalisierung besser aufzustellen.