LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Mündlicher Umgang mit der französischen Sprache bekommt im 2. Grundschulzyklus mehr Gewicht - neues Lehrbuch vorgestellt

Als Reaktion auf die ablehnende Haltung, die viele Schüler gegenüber dem Französischen entwickeln, aber auch in der Kontinuität der im vergangenen Herbst eingeführten mehrsprachigen Frühförderung in der Kleinkindbetreuung sowie dem natürlichen Umgang mit dem Französischen im Zyklus 1 der Grundschule folgen in diesem Herbst Änderungen in der Handhabung des Französischen im Zyklus 2. Bislang stand Französisch erst im Zyklus 2.2 auf dem Stundenplan (nach der „Fuesvakanz“) mit einem vergleichsweise schnellen Übergang zur Schriftsprache, nachdem zuvor im 1. Zyklus auf Deutsch alphabetisiert wurde. Mit der neuen Vorgehensweise soll die Annäherung an das Französische mehr Platz bekommen. Zudem sorgt die progressive Heranführung an die französische Sprache für mehr Kohärenz. Kinder sollen nach Aussage von Bildungsminister Claude Meisch (DP) „Freude an der Kommunikation entwickeln“.

54 Stunden über den Zyklus verteilt plus weitere Aktivitäten

Zu diesem Zweck wird das bestehende Kontingent von 54 Stunden künftig über die Gesamtdauer des 2. Zyklus verteilt. Hinzu kommen weitere 18 Stunden, in denen Französisch in bestimmten Aktivitäten seinen Platz finden soll. Insgesamt entspricht das über die Dauer des 2. Zyklus im Durchschnitt einer Stunde Französisch pro Woche.

Außerdem gibt es mit dem gestern vorgestellten „Salut, c‘est parti!“ ein neues Französischbuch. Der Schwerpunkt wird dabei eindeutig auf das Sprechen und Hören der Sprache gelegt. Oder wie sich der stellvertretende SCRIPT-Direktor, Christian Lamy, ausdrückte: „Die Kinder sollen die französische Sprache in den Mund und in die Ohren bekommen“. Die Schüler sollen Geschichten erleben und auf diese Weise die Sprache entdecken. Das bunte, überwiegend aus Illustrationen bestehende Buch wird zu diesem Zweck um online abrufbare Lieder und andere Tonstücke ergänzt.

Die thematische Gliederung soll den Lehrkräften zudem ermöglichen, flexibel einzelne Kapitel aufzugreifen, sei es zum Schulfest, bei sportlichen Aktivitäten oder zum Anlass des Klassenfotos. Ganz durchgenommen muss das Buch, das auszugsweise in Klassen getestet wurde, jedenfalls nicht. Ressortminister Meisch sprach gestern insgesamt von einem Paradigmenwechsel. Die Einführung des Französischen sei bislang weder kohärent noch logisch gewesen. Bereits zum vergangenen Schuljahr hatte Französisch in der „Spillschoul“ Einzug erhalten. Luxemburgisch bleibt demnach zwar im 1. Zyklus die dominierende Sprache; in mehreren Aktivitäten pro Woche kommen die Vorschüler aber schon auf „natürliche und ungezwungene Art und Weise“ mit der französischen Sprache in Kontakt. Vor Beginn des neuen Schuljahres werden sich Lehrer in Weiterbildungen mit der neuen Publikation für den Zyklus 2 vertraut machen können.

efrancais.lu