ESCH-ALZETTE
GAST. SPECK

„Luxembourg Centre for Systems Biomedicine“ feiert fünften Geburtstag

Eine starke Beteiligung in der Biomedizin kann für Luxemburg nur von Vorteil sein. Wo aktiv geforscht wird, werden die Ergebnisse schneller in die Praxis umgesetzt, was für die Patienten in Luxemburg und der Großregion zweifellos von Vorteil ist. Da die Bevölkerung in Luxemburg immer älter wird, hat sich das „Luxembourg Centre for Systems Biomedicine“ (LCSB) hauptsächlich auf die Forschung von altersbedingten Krankheiten wie Krebs, Parkinson, Alzheimer sowie Herz- und Gefäßkrankheiten spezialisiert.

Nutzen für die Wirtschaft

Auch für die Wirtschaft ist die Biomedizin von großem Nutzen, denn die auf diesem Gebiet betriebene Forschung gibt der Industrie Auftrieb und schafft darüber hinaus etliche Arbeitsplätze. Von den geförderten Forschungszentren erwartet man sich Spin-Offs, das heißt neue, unabhängige Firmen, die mit den Forschungsergebnissen da weitermachen, wo die Wissenschaft aufhört.

Ein Teil des beim Verkauf erwirtschafteten Geldes fließt dabei meist in die Forschung zurück und kommt auf diesem Weg wieder der Allgemeinheit zugute. Ein erhofftes Ziel der Biomedizin ist es, die genetisch bedingten Unterschiede zwischen Menschen zu verstehen. Auf dieser Basis soll dann in Zukunft jeder Patient eine auf ihn zugeschnittene Behandlung erhalten.

Am Mittwochabend hatte das „Luxembourg Centre for Systems Biomedicine“ (LCSB) der Uni Luxemburg zu einer öffentlichen Jubiläumsveranstaltung in den Festsaal des Escher Rathauses eingeladen, um den bereits fünften Jahrestag seiner Präsenz auf Esch/Belval zu feiern.

Es oblag Bürgermeisterin Vera Spautz, die zahlreich erschienenen Gäste aus Politik und Gesellschaft zu begrüßen. In ihren Ausführungen ging sie auf die gute Zusammenarbeit der Gemeinde mit dem Forschungsinstitut ein. Als Präsidentin des Klinikums CHEM lag ihr das Thema Gesundheit besonders am Herzen. „Gesondheet ass dat, wat een doraus mécht“, so ihr Leitspruch.

Investitionen in das Wohlergehen der Menschen seien von unbezahlbarem Wert, sagte Gesundheitsministerin Lydia Mutsch. Dies gelte sowohl für den Biotechnologie- als auch für den ICT-Bereich, die man in den vergangenen zehn bis 15 Jahren hierzulande enorm gefördert habe. Allein im Jahre 2014 seien 228 Millionen Euro in die diesbezügliche Forschungen geflossen. „Den Defizit hei zu Lëtzebuerg ass grouss“, sagte die Rednerin, weshalb sie in Zukunft die Erforschung von neurovegetativen Krankheiten im Großherzogtum mit einem Prozent des Bruttosozialproduktes zu unterstützen gedenkt.

Nichts Schöneres als geben

Anschließend richtete Dr. Rainer Klump, neuer Rektor der Universität Luxemburg, Dankesworte an seinen Vorgänger Dr. Rolf Tarrach für seine exzellente Arbeit. Eine perfekte Strategie zur sozialen Zusammenarbeit sei hier entwickelt worden, sowie eine gut funktionierende Kooperation zwischen Forschungsinstitut, Universität und Stadt Esch.

Prof. Dr. Rudi Balling, Hauptinitiator des Projektes LCSB, nahm, wie er sagte, im Jahre 2009 die größte Herausforderung seiner Karriere in Angriff. Er meinte damit den Aufbau des „Luxembourg Centre for Systems Biomedicine“, dem ersten luxemburgischen Forschungsinstitut mit neurodegenerativen Erkrankungen als Fokus.

„Unsere Forschungsergebnisse werden zu individuellen Therapien für diese Patienten beitragen und wir hoffen, dass Parkinson irgendwann ganz geheilt werden kann“. Persönlich ist Balling der Meinung, dass es im Leben nichts Schöneres gibt, als zu geben. Und er ist überzeugt davon, dass viele Leute in Luxemburg diesen Gedanken teilen und bereit sind, seine Forschungsarbeiten mit Privatspenden zu unterstützen.