LUXEMBURG
PATRICK REINERT

Die Corona-Pandemie stellt das Leben derzeit auf den Kopf. Aber was passiert mit den Menschen, die in den Ländern ohne ausreichende medizinische Versorgung und mit fehlender Infrastruktur leben? „Weltweit bangen Familien jetzt um ihre Existenz, ihr Einkommen und um die Versorgung ihrer Kinder. Diejenigen, die ohnehin schon unterhalb der Armutsgrenze leben und keinen Zugang zu geeigneter Gesundheitsvorsorge haben, trifft es besonders hart“, weiß Patrick Reinert, Geschäftsführer der Kindernothilfe Luxembourg. Die NGO legt die Schwerpunkte ihrer Arbeit auf den Schutz und die Stärkung von Kindern und Jugendlichen in den ärmsten Regionen in Asien, Afrika und Lateinamerika sowie auf die nachhaltige Armutsbekämpfung durch Hilfe zur Selbsthilfe.

„Unser Projekt in der Bekaa-Ebene nahe der syrischen Grenze im Libanon war als erstes betroffen. Seit im Februar der erste Corona-Infizierte entdeckt wurde, hat die libanesische Regierung schrittweise das öffentliche Leben lahmgelegt und schließlich alle Schulen geschlossen. Seither sind die syrischen Flüchtlingsfamilien, die weiterhin in Flüchtlingslagern auf engstem Raum leben, auf sich alleine gestellt. Angesichts der mangelhaften Hygienebedingungen und fehlenden medizinischen Hilfe ist die Gefahr groß, dass sich das Virus unter den Bewohnern der Lager verbreitet. Hinzu kommt eine dramatische Finanzkrise, die den Libanon seit Monaten beutelt. Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage hatten sich die Lebensmittelpreise schon vor Corona innerhalb weniger Wochen mehr als verdoppelt. Die Flüchtlingsfamilien, die sich bisher als Tagelöhner über Wasser gehalten haben, finden keine Arbeit mehr und können ihre Familien nicht mehr ernähren.

Die Situation in unseren Partnerländern ist angespannter denn je. Unser Ziel ist es, Familien mit Kindern in Flüchtlingslagern über diesen kritischen Zeitraum hinwegzuhelfen und sie wirtschaftlich zu unterstützen Wir verteilen Hygiene- und Lebensmittelkörbe an gefährdete Familien um ihr Überleben während der Corona-Krise zu sichern.

Auch mit Partnerorganisationen aus anderen Ländern ist die Kindernothilfe Luxembourg in ständigem Austausch und ergreift Maßnahmen, um die betreuten Kinder und ihr soziales Umfeld sowie die Mitarbeiter vor einer Übertragung des Virus bestmöglich zu schützen. Dabei geht es vor allem um Präventions- und Hilfsangebote für Familien in Armut, um Kinder und ältere Menschen mit schwachem Immunsystem vor einer Übertragung des Coronavirus zu schützen. In den Projekten werden Kinder und ihre Familien über das Coronavirus, und welche Maßnahmen Sie nun verfolgen müssen, aufgeklärt. Verlässliche Partner vor Ort sind für schnelle und effiziente Hilfe besonders wichtig. Man muss wissen, dass vor allem in Afrika viele Leute besonders anfällig sind, weil sie wegen Vorerkrankungen oder Unterernährung ein geschwächtes Immunsystem haben. Covid-19 ist für Menschen in armen Ländern oder Konfliktregionen mit einer schwachen medizinischen Infrastruktur also besonders gefährlich.

Um das Coronavirus zu bekämpfen, müssen wir alle gemeinsam handeln. So wie in Luxemburg muss diese Pandemie weltweit mit Nachdruck und Verantwortung bekämpft werden – auch und vor allem in Ländern mit fehlender flächendeckender medizinischer Versorgung. Wir erleben aktuell einen Wandel, den wir positiv gestalten können.“

Weitere Informationen und Spendenkonto: www.kindernothilfe.lu