BERLIN
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Urlaubsziele in Europa vor dem Neustart

Ein Stück weit kehrt die Reisefreiheit wieder zurück. Doch ob der Sommerurlaub wirklich stattfinden kann, dürfte an den Regelungen der Urlaubsländer selbst hängen. Ein Überblick:

Österreich

Das Leben in Österreich ist zuletzt langsam wieder zur Normalität zurückgekehrt. Ab Mitte Juni fällt die Pflicht zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit größtenteils weg. Auch Kulturveranstaltungen sind mit etwas Vorsicht wieder erlaubt.

Italien

In Italien herrscht nach rund drei Monaten mit Corona-Beschränkungen wieder weitgehende Reisefreiheit. Das Land öffnete die Grenzen am 3. Juni für Urlauber aus den EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz. Eine Virus-Quarantäne von zwei Wochen wird von ihnen nicht mehr verlangt. An Flughäfen, Bahnhöfen, in Museen und an vielen anderen öffentlichen Orten müssen Reisende damit rechnen, dass mit einem Scanner Fieber gemessen wird. Überall gelten strenge Abstands- und Hygienevorschriften, etwa am Strand, im Restaurant und in Hotels.

Schweiz

Seit dem Pfingstwochenende ist das Schweizer Gastgewerbe wieder gut im Geschäft. Ab 15. Juni können auch Gäste aus Nachbarländern anreisen. Die meisten Campingplätze, Hotels, Pensionen, Restaurants, Zoos, Museen Schwimmbäder, Kinos und Theater dürften dann offen sein- mit Hygiene- und Schutzkonzepten.

Frankreich

In weiten Teilen des Landes haben Touristenunterkünfte wie Campingplätze oder Ferienhäuser für Urlauber nun wieder geöffnet.

In Paris dauert das noch bis Ende Juni. Auch die Restaurants empfangen seit Anfang dieser Woche im ganzen Land wieder Gäste. Weil Paris aber sehr schwer vom Virus getroffen wurde, darf dort erstmal nur auf den Terrassen getrunken und gegessen werden. Auch Freizeitangebote sind nun wieder verstärkt möglich. So sind alle Strände wieder zugänglich. Frankreich hält an der Aufhebung der Grenzkontrollen am 15. Juni fest.

Spanien

Ehe man aber in den Flieger steigen kann, muss man sich noch ein bisschen gedulden: Erst am 1. Juli will der einstige Corona-Hotspot, der im Kampf gegen das Virus recht erfolgreich war, seine Grenzen für ausländische Besucher öffnen. Für die Behörden gilt weiterhin „Safety first“. Urlaubshochburgen wie die Balearen und die Kanaren hoffen derweil noch, einige wenige ausländische Besucher vielleicht schon vor dem 1. Juli empfangen zu dürfen.

Portugal

Wer in der zweiten Juni-Hälfte Urlaub hat oder einen Wochenendtrip plant und unbedingt auf die iberische Halbinsel möchte, der kann nach Portugal reisen. Dank einer frühen Reaktion und strikter Maßnahmen war das Land am Atlantik viel weniger von Covid-19 betroffen als etwa Spanien.

Griechenland

Athen hat angekündigt, dass Reisende aus 29 Staaten ab 15. Juni ohne Quarantänepflicht nach Griechenland reisen können. Am 1. Juli soll erneut die Lage in anderen Staaten geprüft werden; dann könnten weitere Staaten hinzukommen. Zunächst soll es Flüge aus dem Ausland nur nach Athen geben.

Niederlande

Der Holland-Urlaub wird wieder möglich - aber sicher nicht ohne Einschränkungen. Und Planung ist alles. „Bitte kommen Sie nicht einfach auf gut Glück“, mahnte unlängst Ministerpräsident Mark Rutte.

Großbritannien

Großbritannien ist derzeit kein begehrtes Urlaubsziel bei Touristen aus dem Ausland. Das wird wohl vorerst auch so bleiben. Die Regierung plant, vom 8. Juni an eine zweiwöchige Quarantäne für alle Reisende einzuführen, die in das Land kommen. Wer sich nicht an die Selbstisolation hält, muss mit 1.000 Pfund Bußgeld rechnen. Von der Quarantäne sollen Reisende aus Irland, der Isle of Man und den Kanalinseln ausgenommen werden. Jeder Landesteil - also England, Schottland, Wales und Nordirland - hat zudem eigenen Regelungen im Kampf gegen die Pandemie. So sind in England alle Restaurants und Hotels geschlossen, es dürfen aber Tagesausflüge - etwa an die Küste und in Nationalparks - gemacht werden.

Island

Die stark vom Tourismus abhängige Insel im Nordatlantik gibt Urlaubern ab dem 15. Juni die Möglichkeit, sich direkt bei der Einreise auf Corona testen zu lassen. Damit will die isländische Regierung internationalen Touristen eine Alternative zur seit April vorgeschriebenen 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft geben. Island-Reisende können auch mit der Vorlage von Gesundheitsunterlagen am Flughafen nachweisen, coronafrei zu sein. Kinder sind von den Tests ausgenommen.

Türkei

Die Türkei hofft ab Mitte Juni wieder auf Touristen und bereitet Flughäfen, Hotels und andere Orte vor. An Stränden werden offiziellen Richtlinien folgend beispielsweise Liegeplätze mit Sicherheitsabstand eingerichtet, an Pools sollen Handtücher abgepackt übergeben werden. Die Regierung hat auch ein „Programm für sicheren Tourismus“ entwickelt, an dem sich Gastronomen und Hotels freiwillig beteiligen und so bei Urlaubern um Vertrauen werben.

Kroatien

Das stark vom Tourismus abhängige Land an der Adria mit seiner langen, buchtenreichen Küste und den vielen Inseln kann es kaum erwarten, dass die europäischen Grenzen endlich aufgehen. Um längere Wartezeiten zu vermeiden, können Urlauber schon vor der Einreise ein Formblatt auf der Webseite „entercroatia.mup.hr“ ausfüllen.

Slowenien

Das EU-Land zwischen Alpen und Adria lässt seit dem 26. Mai EU-Bürger mit einer Buchungsbestätigung ohne Corona-Tests und Quarantäne-Auflagen einreisen. Auch Geschäftsreisende und Immobilienbesitzer aus der EU sind willkommen. Darüber hinaus können Bürger aus der EU und aus Drittländern im Transit durch das kleine Land reisen. Seit dem 1. Juni sind wieder alle Hotels geöffnet. Im öffentlichen Raum und bei Freizeit-Aktivitäten ist ein Mindestabstand von anderthalb Metern einzuhalten.

Tschechien

Das Land der Burgen und Schlösser öffnet seine Grenzen für Bürger der Nachbarstaaten und bestimmter weiterer Länder ab dem 15. Juni. Mehrtägige Hotelgäste belohnt die Hauptstadt mit kostenlosen Kulturgutscheinen. Reisende treffen auf ein Land, das vom Coronavirus weitgehend verschont geblieben ist.

Bulgarien

Das Urlaubsland am Schwarzen Meer rüstet sich für eine Sommersaison unter Corona-Auflagen. Die soll für ausländische Touristen am 1. Juli beginnen. Bulgarien gehört zu den Ländern, die relativ gering von der Coronavirus-Pandemie betroffen sind. An den langen Badestränden stehen die Liegestühle bereits in großen Abständen. Dosierspender mit Desinfektionsmitteln sowie Isolierräume für Coronavirus-Fälle sollen zum Standard gehören.

Polen

Das Land hält bis zum 12. Juni an Kontrollen an den Grenzen zu anderen EU-Ländern fest. Über eine eventuelle Verlängerung dieser Regel wird die Regierung voraussichtlich gegen Ende dieser Frist entscheiden. Das Land bleibt solange für Ausländer geschlossen. Ausnahmen gelten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und Diplomaten.

Ägypten

Nicht Europa, doch ein beliebtes Reiseziel von Europäern. Unklar ist, wann an Ferienorten wie Hurghada und Scharm el Scheich wieder Normalität einkehrt. Hotels dürfen für einheimische Urlauber bei 25 Prozent Belegung inzwischen aber wieder öffnen und ab 1. Juni bei 50 Prozent Belegung. Die Betreiber müssen unter anderem Desinfektionsmittel am Eingang bereitstellen und das Gepäck der Gäste bei Ankunft und Abreise desinfizieren. Gutachter prüfen diese Zustände und stellen ein Zertifikat aus, um das sich bisher rund 170 Hotels bewarben. Am Flughafen in Kairo sollen neue Wärmebildkameras außerdem prüfen, ob Reisende Fieber haben. Für Urlauber aus dem Ausland sind die Grenzen aber nach wie vor dicht.