LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Die Hauptgründe für die Verteuerung der Wohnungspreise um 5,4 Prozent im Jahresvergleich

Um 5,4 Prozent sind die durchschnittlichen Wohnungspreise in Luxemburg zwischen dem zweiten Trimester 2014 und dem gleichen Zeitraum in diesem Jahr gestiegen. Das ist der neuesten Ausgabe von „Le logement en chiffres“ zu entnehmen, das die Statistikbehörde und das „Observatoire de l‘Habitat“ des Wohnungsbauministeriums im halbjährigen Rhythmus veröffentlichen. Im ersten Trimester hatte es einen Preissprung von knapp sieben Prozent gegeben - allerdings gegenüber einem ersten Trimester 2014, während dem die Preise leicht rückläufig waren. Die Preisentwicklung erklärt sich zum einen durch die ungebrochen hohe Nachfrage nach Wohnraum in einem Land mit wachsender Bevölkerung, aber auch durch die Anhebung der Mehrwertsteuer zum 1. Januar 2015. Die Ankündigung dieser Maßnahme zur Sanierung der Staatsfinanzen hatte einen wahren „Run“ zu Jahresende ausgelöst, die Zahl der Immobilientransaktionen im letzten Trimester 2014 lag deutlich über 2.000 (161 Prozent mehr als noch im Vorjahr) und auch im ersten Trimester 2015 lag sie im Jahresvergleich noch zwölf Prozent über der Zahl vom ersten Trimester 2014. Mittlerweile ist der gewohnte Trimesterdurchschnitt aber wieder erreicht.

Wie Statec und „Observatoire de l‘Habitat“ schreiben, wäre ohne die Änderung beim TVA-Regime - der superermäßigte Satz gilt jetzt nur mehr bei der Anschaffung einer Eigenwohnung, für die Anschaffung eines Appartements etwa zur Vermietung gilt der Satz von 17 Prozent - wären die Durchschnittspreise um 3,5 Prozent rückläufig gewesen. „Man muss aber unterstreichen, dass dieser Rückgang lediglich theoretisch ist“, heißt es, „da sie den Effekt der Änderung auf die Nachfrage nicht berücksichtigt“. Nimmt das Angebot der Wohnungen für Erstinvestoren am Ende zu? Das wird wohl erst die Zukunft zeigen.

Was den aktuellen Quadratmeterpreis für Wohnungen anbelangt, so liegt dieser im Durchschnitt bei 4.395 Euro für bestehende Bausubstanz und bei 5.373 Euro für geplante Wohnungen. Wobei der Preis im Mittel steigt, was das Appartement kleiner ist. Natürlich gibt es auch eine geografische Komponente: Sie ist teurer, wenn sie näher an der Hauptstadt liegt, wo die Nachfrage besonders groß ist. Im Kanton Luxemburg blättert man da im Durchschnitt 5.608 Euro pro Quadratmeter für eine bestehende Wohnung hin, im Norden sind es 3.514 Euro. Ein Haus dort schlägt durchschnittlich mit 438.177 Euro zu Buche - im Kanton Luxemburg sind es im Mittel 822.400 Euro . Hier schlägt übrigens eine Garage mit 74.589 Euro zu Buche, gegenüber 23.804 Euro im Norden des Landes. Der Durchschnittspreis für eine Garage liegt national bei 38.635 Euro.

1.350 Euro Miete im Durchschnitt

Auch das Immobilienportal athome.lu hat gestern seine rezenteste Einschätzung des Immobilienmarkts veröffentlicht. Darin sind auch Zahlen zu den Mietpreisen zu finden: Sie schlagen im Durchschnitt mit 1.350 Euro monatlich zu Buche. Wobei die Nachfrage bei Studios oder Wohnungen mit einem und zwei Zimmern am größten ist. Bei letzterem Wohnungstyp ist im Jahresvergleich ein Preisanstieg von neun, bei Wohnungen mit einem Zimmer von fünf Prozent zu verzeichnen. Der Mietpreis für Häuser ist in den letzten zwölf Monaten um vier Prozent auf 2.400 Euro gestiegen.

Mehr: www.statistiques.public.lu; www.www.athome.lu