LUXEMBURG
LJ MIT DPA

RTL Group wagt weiterhin keine Jahresprognose - Massiver Einbruch im Werbegeschäft

Der Medienkonzern RTL Group gibt nach massiven Einbußen bei Werbeerlösen in der Corona-Pandemie auch weiterhin keine Prognose für das laufende Jahr ab. Es stehe aber schon fest, dass Umsatz und operatives Ergebnis deutlich unter dem Niveau von 2019 und anderen früheren Jahren liegen werden, teilte die im MDax an der Frankfurter Börse notierte Bertelsmann-Tochter am Donnerstag in Luxemburg mit.
Im ersten Halbjahr sank der Erlös der Gruppe um rund 16 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro und das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Firmenwerte (Ebita) fiel um mehr als die Hälfte auf 258 Millionen Euro. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 156 Millionen Euro, nach 443 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Im dritten Quartal sollte sich demnach der Rückgang des TV-Werbeumsatzes insgesamt im Vergleich zu den drei Monaten bis Ende Juni deutlich verlangsamen. Aktuell werde im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von zehn Prozent erwartet - sofern sich die Marktbedingungen weiter normalisieren. Im zweiten Quartal sei der TV-Werbeerlös noch um circa 40 Prozent gefallen.

Unveränderte Strategie

„Die Strategie der RTL Group, die auf den drei Prioritäten ‚Core, Growth, Alliances & Partnerships’ basiert, bleibt unverändert“, wird CEO Thomas Rabe in einer Pressemitteilung zitiert, „die RTL Group hat auf die weltweite Ausbreitung des Coronavirus schnell reagiert und sich auf vier Themen fokussiert: die Sicherheit unserer Mitarbeiter, die Kontinuität unserer Geschäfte, Liquidität sowie Kosten- und Cash-Flow-Management“.
„Wir halten an unseren mittelfristigen Zielen für die Streamingdienste TV Now in Deutschland und Videoland in den Niederlanden fest: die Anzahl der zahlenden Abonnenten soll auf 5 bis 7 Millionen steigen, um so den Streamingumsatz auf mindestens 500 Millionen Euro zu erhöhen. Der Break-even von TV Now und Videoland wird für das Jahr 2025 erwartet. Das Wachstum der zahlenden Abonnenten und des Streamingumsatzes im ersten Halbjahr 2020 entspricht den Wachstumsplänen, die wir im März präsentiert haben“, wird er ferner zitiert.

Verlangsamung des Rückgangs auf den TV-Werbemärkten

Eine konkrete Prognose für das laufende Jahr wagt der Konzern, der im April seine Prognose vom März wieder zurückgezogen habe, allerdings immer noch nicht. „Die RTL Group erwartet aktuell, dass sich der Rückgang der Netto-TV-Werbemärkte im dritten Quartal 2020 verlangsamen wird. Für das dritte Quartal 2020 rechnet die RTL Group aktuell mit einem Rückgang des TV-Werbeumsatzes von etwa minus 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal unter der Annahme, dass sich die Marktbedingungen weiter normalisieren“, heißt es in einer Mitteilung. Dennoch bleibe ein hohes Maß an Unsicherheit im Bezug auf den TV-Werbeumsatz im vierten Quartal 2020. „Folglich ist die RTL Group momentan nicht in der Lage, einen neuen Ausblick für das Geschäftsjahr 2020 zu geben – außer, dass der Umsatz und das Adjusted EBITA für das Gesamtjahr 2020 signifikant unter dem Niveau von 2019 und anderen früheren Jahren liegen wird“.