LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Preisgekrönter Musikfilm „La La Land“ im Kino

Der amerikanische Regisseur Damien Chazelle überraschte die Filmwelt mit seinem Debütfilm „Whiplash“ (2014). Sein zweiter Film „La La Land“ scheint diesen Erfolg um vieles zu übertrumpfen, denn er konnte bereits sieben Golden Globes gewinnen: einen für die beste Komödie oder Musical, zwei für die Darsteller Ryan Gosling und Emma Stone, zwei für die beste Musik und den besten Filmsong („City Of Stars“) von Justin Hurwitz und zwei für Chazelle als Regisseur und Drehbuchschreiber. Außerdem stehen nun 14 Nominierungen für den Oscar an.

Eine Liebesgeschichte mit Hindernissen

Auf einer verstauten Autobahn in Los Angeles fängt eine Frau mit Singen an, und schon wird sie von anderen Autofahrern begleitet. Es wird auf der Straße und auf den Autos getanzt. Die Szene wird den Filmfan an „Fame“ erinnern. Im Stau stehen auch Mia (Emma Stone) und Sebastian (Ryan Gosling). Mia arbeitet in einem Café in der Nähe eines Filmstudios. Sie träumt davon, eine Rolle in einem Film zu ergattern. Sebastian ist ein talentierter Pianist, der Jazz über alles mag. Ihre zweite Begegnung findet in einem Restaurant statt, bleibt aber ohne Folgen. Schließlich treffen die beiden bei einer Party erneut aufeinander. Endlich scheint es zwischen den beiden gefunkt zu haben. Bald ziehen sie zusammen und versuchen ihre Träume zu verwirklichen.

Musikalische Magie

Der Film funktioniert am besten in den musikalischen Momenten. Die Musik von Justin Hurwitz ist sehr melodiös und erinnert an die Kompositionen von Michel Legrand für die Filmmusicals von Jacques Demy, wie „Les Demoiselles de Rochefort“ oder „Les Parapluies de Cherbourg“. Die virtuos geführte Kamera von Linus Sandgren folgt dem Rhythmus der Musik, dreht sich mit den Schauspielern und löst die Zuschauer aus der Realität, um sie ins magische Reich der Filmmusicals zu entführen, wo einst die Kinobesucher von unter anderem Cyd Charisse, Gene Kelly und Fred Astaire verzaubert wurden. Der Schluss des Films bringt Paris ins Spiel und wird zu einer flotten Hommage an „An American in Paris“. „La La Land“ beweist ebenfalls, dass das Genre des Filmmusicals nicht ausgestorben ist und eine Zukunft hat.

[Spoiler folgt!]

Ryan Gosling und Emma Stone haben zwar nicht das gesangliche und tänzerische Talent dieser legendären Filmmusical-Darsteller, können aber gefallen. Sie stehen bereits zum dritten Mal nach „Crazy, Stupid, Love“ und „Gangster Squad“ zusammen vor der Kamera. Ihre neue Liebesgeschichte ist jedoch der schwache Punkt des Films. Traditionsgemäß lernen sie sich kennen, verlieben sich, ziehen zusammen und gehen wegen Meinungsverschiedenheiten auseinander. Es fehlen die wirklich originellen Momente und Emotionen. Glücklicherweise können Musik, Lieder und die Tanzeinlagen von Mandy Moore diese Schwachpunkte wettmachen.