CLAUDE KARGER

Dieses Jahr ist klar, wer an Nationalfeiertag im Mittelpunkt stehen muss

Kein Zweifel, dieses Jahr muss Nationalfeiertag - und wird hoffen ja sehr stark, dass er begangen werden kann - im Zeichen des Dankes an all jene stehen, die an der „Front“ gegen das Covid-19-Virus gekämpft haben. Dazu zählen natürlich die Gesundheitsfachleute und Rettungsmannschaften, aber auch die, die dafür sorgen, die essenziellen Bedürfnisse der Bürger zu erfüllen und sich dadurch einem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen.

Die Rede geht hier etwa von den Müllmännern, den Postboten und Zeitungsausträgern - ein besonderer Dank an sie von dieser Stelle aus - aber auch den Lebensmittelversorgern und denen, die hinter der Theke stehen und sich noch viel zu oft mit ungeduldig-unwirschen Zeitgenossen rumplagen müssen, die sie wie Dreck behandeln und die Bemühungen überhaupt nicht zu schätzen wissen, die Händler an den Tag legen, damit sie einkaufen können, ohne sich zu infizieren.

Eine Supermarktkette stellte dieser Tage betreten fest, dass drei von zehn Kunden das „Social Distancing“ nicht respektieren würden, selbst wenn sie Mitarbeiter darum bitten. Andere - oder sind es die gleichen? - würden noch immer in der Gruppe shoppen gehen. Und manche würden sogar pampig gegenüber dem Personal werden...

Eine Hommage verdienen natürlich auch die Sicherheitskräfte, die leider immer noch Strafzettel schreiben müssen, weil manchen die Ausgangsbeschränkungen und somit die Gesundheit ihrer Mitbürger Schnuppe sind und Betrunkene aus dem Verkehr ziehen müssen. Ein besonderes Lob verdienen natürlich auch die Tausenden Mitbürger, die sich auf ganz unterschiedliche Weise engagieren, damit wir diese Krise gemeinsam meistern können.

Die 4.677 Freiwilligen, die sich über das Portal GovJobs gemeldet haben, um dort eingesetzt zu werden, wo Not am Mann ist. Die NäherInnen, die derzeit Atemschutzmasken oder Schutzkittel herstellen. Die Leute, die umgehend nach Wegen gesucht haben, um digitale Lösungen für die Anfertigung von Schutzvisieren und Handelsplattformen zu finden. Die Pfadfinder und alle anderen Hände, die Besorgungen oder Arbeiten für die Mitmenschen machen.

Die Unternehmer, die selbst zahlreiche Zukunftssorgen plagen, aber trotzdem Material und Schaffenskraft zur Verfügung stellen, um gemeinschaftliche Projekte Wirklichkeit werden zu lassen. Die Künstler, die uns in dieser schweren Zeit Momente des Glücks bescheren, wie es etwa eine Flötistin in unserem Viertel tut, die jeden Tag Punkt Mittag ihr Können von ihrem Balkon aus zum Besten gibt. Die Gastronomen, die trotz erheblicher Schwierigkeiten ihren Kunden - und so manchen Gesundheitsfachkräften oftmals unentgeltlich - in diesen Zeiten nicht alltägliche Geschmacksmomente kredenzen. All jene, die statt dauernd zu nörgeln, etwas tun, damit die derzeit unvergleichlich angespannte Lage für ihre Mitmenschen erträglicher wird... Die Dankesliste ist lang. Bleibt zu hoffen, dass sie sehr bald - in unbeschwerteren Zeiten - integral verlesen werden kann.