LUXEMBURG
CATHERINE NOYER

Zum Schutz der Honigproduzenten gehen Guerlain und GoodPlanet eine Partnerschaft ein

Die Geschichte beginnt im Jahr 1828, als Pierre-François-Pascal Guerlain seine erste Parfümerie in Paris eröffnete. Seine angebotenen Düfte, Cremes und andere kosmetische Produkte wurden schnell zu Lieblingen gekrönter Häupter.  1853 widmet er Kaiserin Eugénie zu ihrer Hochzeit mit Napoleon III. das „Eau de Cologne Impériale“, in einem mit Bienen verzierten Flakon, der extra zu diesem Anlass in den Werkstätten von Pochet & du Courval hergestellt wurde. Bienen waren das kaiserliche Symbol für Unsterblichkeit und Wiedergeburt und gelten als das älteste Emblem der französischen Herrscher. 

Nicht nur der Bienen-Flakon, sondern die Biene schlechthin wurde zum Emblem des Parfümhauses und ist es bis heute geblieben, ebenso wie der Parfümflakon, der in denselben Werkstätten wie vor fast 170 Jahren hergestellt wird. Dieser Teil der Guerlain-Geschichte veranlasste das Pariser Luxushaus zu seinem Engagement für die Bienen, die eine grundlegende Rolle in der Bestäubung der Pflanzen und damit zu deren Reproduktion  spielen  und deren Existenz mehr denn je bedroht ist. „Unser Engagement für den Schutz des Planeten ist die Grundlage zur Sicherung der Qualität und Lebensdauer unseres Know-hows und unserer Produkte. Wir tragen zu diesem Schutz bei, indem wir uns auf die Bienen konzentrieren, dem Symbol unseres Hauses“, erklärt Guerlain-Generaldirektorin Véronique Courtois.

Lëtzebuerger Journal

Seit 2011 ist das Parfümhaus Partnerschaften mit verschiedenen Umwelt-Institutionen eingegangen. Zuerst waren es die schwarzen bretonischen Bienen der Insel Ouessant, für die Guerlain sich engagierte. Nicht ohne Selbstzweck, denn das Unternehmen suchte einen speziellen Honig zur Herstellung seiner neuen Produkt-Linie „Abeille Royale“. Den sollten die schwarzen Bienen, eine geschützte Art, die isoliert auf dieser Insel lebt und von einer entsprechenden Schutzstation überwacht wird, liefern.

„Bee School“ - Programm für Primärschulen

2015 folgte eine Partnerschaft mit dem Observatoire Français d’Apidologie (OFA).  Zwei Jahre später kam es zur Gründung von Bienen-Universitäten, bei denen sich Wissenschaftler, Imker, Vereinigungen, öffentliche Stellen und Unternehmen zusammensetzen, um Lösungen zur Erhaltung der Bienen zu finden und die Öffentlichkeit über die Insekten zu informieren. Welche Rolle die Bienen in der Natur spielen und wie sie geschützt werden wird Kindern in den Primärschulen mit dem Programm der „Bee School“ beigebracht, die 2018 von Guerlain ins Leben gerufen wurde. In diesem Jahr sind es Partnerschaften mit dem UNESCO-Programm „Man and the Biosphere“ (MAB) in Zusammenarbeit mit OFA und vor allem mit der Stiftung GoodPlanet, die von dem berühmten Fotografen Yann Arthus-Bertrand ins Leben gerufen wurde. GoodPlanet engagiert sich für Projekte, die Umwelt, Lebensqualität und den Klimawandel verbessern sollen. Die Kooperation mit Guerlain zielt in diesem Rahmen besonders auf  den Schutz der Bienen ab. „Unser Lebensstil tötet die Bienen als Arbeiterinnen unseres Planeten. In der Natur gibt es eine Harmonie, ein Gleichgewicht das sich seit Millionen von Jahren entwickelt hat und das im Moment zerstört wird. Sowohl die GoodPlanet-Stiftung als auch Guerlain sind überzeugt, dass die Biene der Schlüssel zum Schutz der biologischen Vielfalt ist. Es sind die zukünftigen Generationen, die den Schlüssel zum Schutz jeglichen Lebens auf der Erde in der Hand halten. Wenn wir ihnen unser Wissen auf eine pädagogische Weise übermitteln, handeln wir nachhaltig für unsere Zukunft“, bringt es Yann Arthus-Bertrand auf den Punkt.

Mehr: www.goodplanet.org

Übrigens: Am 20. Mai ist Weltbienentag