LUXEMBURG/KOPENHAGENINGO ZWANK

Luxemburgische Biere jetzt auch im dänischen Carlsberg-Museum

Kopenhagen ist eine sehr schöne Stadt, „ich habe sieben Jahre da gelebt und konnte meinen luxemburgischen Horizont hier sehr erweitern“, erzählt François Stein, „ich habe einen ganz anderen Blickwinkel auf Luxemburg gekommen!“

Und immer wieder zieht es Stein in den Norden Europas, zuletzt war er im Dezember 2014 dort, „und wir haben das Biermuseum von Carlsberg besucht.“

22.552 Flaschen zur Ansicht

Bei Carlsberg handelt es sich nach Ansicht um „das beste Bier der Welt“, wenn man der eigenen Werbekampagne Glauben schenkt. Ob Besucher nun mit diesem Slogan übereinstimmen oder nicht, die Führung durch die Brauerei ist eine berauschende Erfahrung. Denn bereits am Eingang des Museums bekommt man zwei Gutscheine, „für den Genuss von einem Bier zu Beginn des Besuches und ein Bier an Ende“, erzählt Stein, und dann präsentiert man den Misch-, Brau- und Abfüllprozess - und eben über 22.000 Bierflaschen aus der ganzen Welt.

Nach dem Besuch wurde Stein gefragt, wie im denn das Bier schmecken würde. „Ganz gut“, sagte der Luxemburger und wollte etwas nachhaken, was die Museumsexponate angeht. Er hatte gelesen, dass eine finnische Brauerei mithilfe von Wissenschaftlern ein belgisches Bier reproduziert, das seit weit über 170 Jahre in einem Schiffswrack in der Ostsee gelegen hat. „Stallhagen Historic Beer 1843, habt ihr davon auch ein paar Flaschen hier“, so die Frage von Stein, die allerdings von den Verantwortlichen verneint wurde. Und als dann als nächste Frage aufkam, ob man denn luxemburgische Biere in der Ausstellung führe, und diese ebenfalls verneint wurde, stand für Stein fest: „Ein Unding“, dachte sich der Luxemburger und sein Jagdtrieb war geweckt.

Alles ging in kurzer Zeit über die Bühne

Schnell war man sich einig, dass unbedingt alle luxemburgischen Biere in der Ausstellung aufgenommen werden müssten - und ebenso schnell waren die Adressen mit den Museumsverantwortlichen ausgetauscht.

Kaum wieder in Luxemburg, machte sich Stein ans Werk. Er schrieb alle großen und kleinen Braustätten des Großherzogtums an und brachte sein Anliegen vor. „Diekirch waren die Ersten, die mir sofort eine Bierladung schicken, dann kam Munhowen/Bofferding.“ Schnell sammelten sich die Bierflaschen-Exponate bei Stein. Doch bei dem ein und anderen dauerte es doch etwas länger: „Ich musste immer wieder nachhaken und vorsprechen“, sagte Stein, doch schlussendlich hatte er alle 23 luxemburgischen Produkte zusammen und „das Paket wurde nach Dänemark ins Museum nach Kopenhagen geschickt.“

Sofort als die Sendung dort ankam, folgten auch schon die ersten Handy-Pics, die von der erfolgreichen luxemburgischen Exponatinstallation ins Großherzogtum geschickt wurden. „Es ärgert mich einfach, dass wir uns Luxemburger sehr oft unter Wert verkaufen“, sagt Stein, der mit dieser kleinen Aktion wieder Luxemburg -hier in Form seiner Hopfen- und Malzprodukte- wieder ein bisschen bekannter gemacht hat.

„Was es jetzt genau für Luxemburg bedeutet oder ausmacht, kann ich nicht abschätzen“, sagt Stein etwas zurückhaltend. Fakt ist auf jeden Fall, dass Bofferding, Diekirch, Battin und Co. nun einen Museumsplatz in Kopenhagen bei Carlsberg erhalten haben - Dank des Einsatzes von François Stein.
Wer mehr über das Carlsberg-Museum wissen möchte: www.visitcarlsberg.dk