LUXEMBURG
MM/DPA

Zukunft für Luxemburg-Töchter ungewiss

Finanzinvestoren aus den USA und Großbritannien kaufen die HSH Nordbank, die gemeinsame Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein. Die New Yorker Investmentgesellschaft Cerberus und der US-Investor J. Christopher Flowers übernehmen die meisten Anteile und halten künftig rund 80 Prozent des Instituts, wie die Kieler Landesregierung und der Hamburger Senat am Mittwoch mitteilten. Kleinere Anteile gehen an die amerikanische Gesellschaft GoldenTree und an Centaurus Capital aus London sowie an die österreichische Bawag, die Cerberus zuzurechnen ist.

Damit ist der Fortbestand der beiden Tochtergesellschaften in Luxemburg mehr denn je ungewiss. Das Privatbankgeschäft der HSH Group in Luxemburg war 2011 von der Banque de Luxembourg übernommen worden. Der Konzern war mit der Finanzkrise 2007/2008 schwer ins Trudeln geraten; faule Schiffskredite häuften sich an. 2015 musste die Bank dann wegen einer ihrer Luxemburg-Tochter tief Tasche greifen: Auf 22 Millionen hatte sich die HSH mit der Staatsanwaltschaft Köln geeinigt, weil eine der Tochtergesellschaft in Luxemburg seit 2005 deutschen Kunden dabei geholfen haben soll, zur Steuerhinterziehung Scheinfirmen in Panama zu gründen.

2015 wies die HSH Nordbank Securities S.A., die noch verbliebene Hauptgesellschaft im Großherzogtum, eine Bilanzsumme von 902,4 Millionen Euro aus und einen Gewinn von 7,7 Millionen Euro. 2016 war es nur noch ein Gewinn von 2,4 Millionen Euro; das Personal war von einst mehr als 130 auf heute rund 50 abgebaut worden.