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Wie man mit klassischen Hausmitteln die Erkältung lindern kann

Ein überheizte Räume und niesende Mitmenschen - im Herbst und Winter sind die Wartezimmer der Ärzte voll mit erkälteten Patienten. Diese benötigen allerdings selten Medikamente. Der Körper kann den Infekt meist selbst bekämpfen. Hausmittel helfen dabei.

Erst kratzt es unangenehm im Hals, dann verstopft die Nase, der Kopf brummt, und der ganze Körper fühlt sich an wie Blei. Die erste Erkältung der Saison ist da. „Erkältung“ ist dabei der Oberbegriff für verschiedene Symptome, die Folge einer Infektion der oberen Atemwege sind. Erkältungsinfekte dauern in der Regel etwa sechs Tage. Harmlos sind sie meist - aber alles andere als angenehm.

Dennoch sollte man die Beschwerden nicht mit Medikamenten „wegbügeln“

Überdies gilt, was schon eine alte Weisheit besagt: Mit Arzt dauert eine Erkältung sieben Tage, ohne Arzt eine Woche. Viele Menschen schwören auf Hausmittel: Zwiebelsäckchen ans Ohr gelegt, Dampfbäder, Gurgeln und Hühnersuppe. Heilen können sie eine Virusinfektion jedoch nicht. Ärzte raten dennoch gerne zu solchen Mitteln, denn so unterstützt man den Körper und lindert Symptome - und manche Beschwerden ließen sich so besser ertragen.

Wirken sie denn auch?

Einige Studien allerdings wollen nachgewiesen haben, dass Hühnerbrühe sehr wohl wirkt: Sie soll, so erklärt es die Stiftung Warentest auf ihrer Internetseite, im Organismus bestimmte weiße Blutkörperchen blockieren, die für Entzündungsprozesse verantwortlich seien und bei Erkältungen freigesetzt würden. Auch der in der Suppe enthaltene Eiweißstoff Cystein wirke entzündungshemmend und abschwellend auf die Schleimhäute.

Eines ist vielen Hausmitteln gemein: Sie ersetzen die ausgeschwitzte Flüssigkeit. Sie befeuchten außerdem die Schleimhäute, so dass sie sich gegen Eindringlinge schützen kann, und kurbeln mit ihrer Wärme die Durchblutung an. Das gilt auch für Tees. Vor allem Lindenblütentee soll das Schwitzen kräftig ankurbeln. Die Wärme erleichtert dem Körper, die Temperatur zu erhöhen, was den Kampf gegen die Viren unterstützt.

Ob Erkältungsbad, Tee oder Inhalation - viele Menschen fügen ätherische Öle oder Kräuterauszüge hinzu, um Husten zu lindern oder die verstopfte Nase freizubekommen. Salbei unterstützt die Schleimhautoberfläche, ihr natürliches Milieu wiederherzustellen und so die Viren loszuwerden.

Hausärzte raten jedoch dazu, nicht irgendeinen Zusatz in das heiße Wasser zu kippen. Was passend ist, richtet sich nach den Symptomen. Thymian als Teeaufguss soll den Hustenreiz bessern. Kamille wirke austrocknend, was bei trockenem Husten kontraproduktiv wäre.

Sobald das Gebräu nach dem Inhalieren abgekühlt ist, kann es auch zum Gurgeln verwendet werden. So wird der Rachen mit Feuchtigkeit benetzt, und die ätherischen Öle gelangen auch hier direkt an die Schleimhautoberfläche. Mentholzusätze wie Pfefferminz-öl sollte der Erkältete auf ein Taschentuch geben, das er sich vor die Nase hält. Ätherische Öle wie Kampfer und Menthol dürfen nicht im Gesicht von Säuglingen und Kleinkindern angewendet werden, dies kann zu allergischen Reaktionen wie Krämpfen und Atemstillstand führen.

Tabletten mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol

Die stärkere Durchblutung der Schleimhäute durch Wärme sowie die Feuchtigkeit sorgen auch dafür, dass aus Bronchien oder Nase vermehrt Sekret fließt. Zudem wird der Organismus mit dem vermehrten Sekret kranke, befallene Zellen los.

Bei starken Hals- oder Kopfschmerzen helfen Tabletten mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol. Für den klassischen grippalen Infekt aber sind Inhalation, Brühe und Tees eine gute Wahl. Oder: Sie schaden auf jeden Fall nicht und sind gut für das persönliche Wohlbefinden.

Ihre Grenze erreichen Hausmittel jedoch, wenn nach einigen Tagen hohes Fieber auftritt oder sich der Betroffene deutlich schlechter fühlt - statt, wie üblich, ab dem vierten Tag besser. Dann ist ein Gang zum Arzt angesagt.