LUXEMBURG
MARTINE EISCHEN

Zum Anlass des Welt-Down-Syndrom-Tags am 21. März plant der gemeinnützige Verein Trisomie 21 Lëtzebuerg wieder eine Aktion für die breite Öffentlichkeit. Was die Inklusion in Luxemburg angeht, sieht der Verein zwar Verbesserungen, doch bleibt seiner Präsidentin Martine Eischen zufolge noch viel zu tun.

„Zum Anlass des internationalen Tages des Down-Syndroms machen wir wie in den vergangenen Jahren auch eine Aktion für die breite Öffentlichkeit. Menschen mit Trisomie 21 sind zwar in sogenannten Inklusionsateliers und –klassen und dennoch sind sie in der Öffentlichkeit kaum sichtbar. Am 21. März wollen wir uns und unser Potenzial zeigen. Zudem feiern wir in diesem Jahr unser 20-jähriges Bestehen.

Für Trisomie 21 Lëtzebuerg steht fest, dass in Sachen Inklusion noch einiges zu tun bleibt. Zwar hat sich die Inklusionsarbeit auf dem Arbeitsmarkt in den vergangenen 20, insbesondere in den letzten zehn Jahren verbessert. Doch auf der anderen Seite bekommen Familien, für die das Leben mit dem Handicap ohnehin eine große Belastung ist, häufig noch Steine in den Weg gelegt. Mit der Folge, dass ihre Kinder dann häufig in einem Kreislauf von Ausgrenzung enden. Das fängt in der Schule an, wo man zwar Verbesserungen im Sinne der Inklusion beobachten kann, die aber längst nicht ausreichen. Im Kompetenzzentrum, das die EDIFF abgelöst hat, landen viele Jugendliche, die das Potenzial hätten, um eine Ausbildung zu machen, auch wenn sie dabei begleitet werden müssten, und sich auf diesem Weg beruflich verwirklichen könnten.

Allerdings stellen wir auch fest, dass die gesetzlich festgeschriebenen Quoten zur Einstellung von behinderten Arbeitnehmern weiter nicht eingehalten werden – ohne Konsequenzen. Auf der anderen Seite kommen Unternehmen, die gerne mit gutem Beispiel vorangehen wollen, nicht an die notwendigen Informationen heran, auch weil die Kommunikation zwischen den Ministerien ausbaufähig ist. Das geplante Jobcoaching-Programm begrüßen wir, sind aber der Ansicht, dass es unbedingt ausgebaut werden und ein dauerhaftes Coaching möglich sein muss.

Damit Menschen mit einer Behinderung in der Gesellschaft ihren Platz finden, muss man sich in Luxemburg immer noch extrem gut auskennen. Wir würden uns deshalb endlich auf Regierungsebene einen oder mehrere Behindertenbeauftragte wünschen, die Prozeduren bündeln und vereinfachen können, weil längst nicht immer alle Behörden miteinander kommunizieren oder auf gleicher Linie liegen.

Was die Reform des Adapto angeht, so steht für uns fest, dass der Transportdienst Personen vorbehalten sein muss, die nicht mit dem öffentlichen Transport fahren können. In diesem Sinne begrüßen wir die angedachte Reform, bedauern aber, dass nicht auf die Betroffenen gehört wurde und sich das Ministerium so selbst ein Bein gestellt hat. Die Kommunikation war zudem mangelhaft. So wurden die Adapto-Nutzer nicht vom Ministerium angeschrieben, sodass es immer noch Menschen gibt, die nichts von der Reform wissen. Für eine telefonische Auskunft muss man sich derweil lange gedulden. Wir wissen zudem nur von einem Busunternehmen, das seine Kunden angeschrieben hat.

Das jährliche Kontingent von maximal 360 Fahrten ist positiv, ist aber für eine volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unzureichend.“

Am 21. März sollen an verschiedenen Orten in Luxemburg-Stadt Modenschauen mit Tanzeinlagen zwischen 10.00 und 17.00 stattfinden. Für den Anlass hat Trisomie 21 Lëtzebuerg mit luxemburgischen Mode-Designern zusammengearbeitet