CLAUDE KARGER

Nach der zweiten „LuxLeaks“-Welle steht fest: Die Debatte über Steuer-Rulings wird so bald noch nicht aus der Aktualität verschwinden. „Geht doch“, titelte gestern die Süddeutsche Zeitung, „europaweit wächst der Druck, gegen Steuerflucht der Konzerne vorzugehen“. Und tatsächlich bewege sich die Politik - „trotz starker Widerstände“. Transparenz und Austausch sollen künftig groß geschrieben werden um „Hütchenspiele“ von Großkonzernen zu vermeiden, und Luxemburg will vorne mit dabei sein. „Das Problem ist nur“, wie die SZ weiter schreibt“, „dass es in Europa viele Luxemburgs gibt, in Belgien oder Großbritannien; ja, man findet sie in dem Unternehmenssteuerrecht fast jeden EU-Staats.“ Hm. Ein Kollege des belgischen „Le Soir“ fragt: „Et si Londres débarrassée du Luxembourg profitait des LuxLeaks?“

Ein im Artikel zitierter, aber anonymer Banker, meint gar, dass der ganze Druck der letzten Jahre auf Länder wie die Schweiz oder das Großherzogtum für mehr Steuertransparenz, „n’est qu’une bataille économique pour les parts de marché du secteur, le Royaume-Uni et les Etats-Unis étant les centres mondiaux de l’évasion fiscale“.

Nach der Theorie geht es bei dem Ganzen also nicht mehr um „Hütchen“, sondern mindestens um sehr breitkrempige Sombreros, nicht?