LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Planen, sägen und schrauben: Jugendliche bauen für „Festival des Cabanes“ nachhaltige Häuschen

Orte zum Verweilen, Hütten zum Quatschen und Häuschen zum Faulenzen: In Kirchberg lädt das „Festival des Cabanes“ noch bis zum 30. Juli zum Besuch und zum Probesitzen ein. Denn im Viertel Grünewald haben Jugendliche nachhaltige Hütten gebaut, um das Stadtviertel stärker zu beleben. Im Team des 14-jährigen Paolo hat sich die Idee von seiner Mitstreiterin Kyana durchgesetzt: Eine große Eselsfigur, die als Ort des Zusammentreffens dient und Sitz- und Liegemöglichkeiten bietet. „Es sollte auch ein Ort zum Zusammenkommen sein“, erklärt Paolo und ergänzt, „zwei bis drei können sich auf das Dach legen und vier können drinnen an einem Tisch sitzen“.

Die Vorbereitung fing bereits im vergangenen Sommer an, als Paolo die Teilnahme des Projektes im Jugendhaus vorgeschlagen bekam. Ideal für den jungen Luxemburger: „Ich plane und baue sehr gerne, auch das Besorgen von Material macht mir Spaß“. Bisher hatte er schon ein Baumhaus gebaut oder hier und da mit kleinen Staudämmen das Wasser in Bächen aufgestaut. Ihre Gruppe fand sich im Jugendhaus Vianden, wobei sich die Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren auch aus der Schule kennen.

Von der Idee zur tierischen Hütte: echte Teamarbeit

Die Ideenfindung passierte im Team. „Jeder hatte sich etwas überlegt und hat seine Idee den anderen präsentiert.“ Am Ende wurde abgestimmt. Als Inspirationsquelle für den tierischen Ort zum Chillen diente ein kleiner Memozettel-Ständer in Form eines Esels. Die Idee wurde ein paar Mal verbessert, am Ende war man sich im Team einig und ging zu Werke. Nach 20 Stunden Arbeit am Material hatte das Team die „Cabane“ fertig: 1,25 Meter tief, 2,70 Meter hoch - mit Ohren, wie Paolo erklärt, - und vier Meter lang. „Wir hatten nur drei Tage, also musste man es einfach halten.“ Daher hat sich das Team bei den Dimensionen für seine Figur einfach an die Maße der Sperrholzplatten gehalten. Denn in den drei Tagen musste auch das Gerüst gebaut, die Verkleidungen befestigt und das Holz gestrichen werden.

„Wir hatten ausgerechnet, dass wir von morgens bis abends insgesamt 24 mögliche Arbeitsstunden haben, aber davon entfiel Zeit auf das Briefing und Einkäufe für die Figur.“ Am Ende hat das Team die „Cabane“ in besagten 20 Stunden fertig bekommen und zeitweise zu dritt bis zu sechst an dem Projekt gearbeitet. Die Arbeitsteilung allerdings war nicht immer einfach. „Das Gerüst haben wir noch alle zusammen aufgebaut, aber bestimmte Arbeitsschritte konnte man nicht aufteilen.“ Die Konturen hat Paolo mit einem Teammitglied umgesetzt, andere haben dann den Esel gestrichen, allerdings konnte mitunter nur eine Person streichen, weil etwa auf dem Dach der Hütte in Tiergestalt nicht für alle Platz war. Für einige Teammitglieder hatte auch ein Fußballspiel im Verein eine höhere Priorität. „Wenn ich so etwas beim nächsten ‚Festival des Cabanes‘ nochmal machen würde, dann müssten wir im Team eine bessere Planung machen.“ Allerdings soll es nach den vier Ausgaben der Jahre 2007, 2010, 2013 und 2017 keine Fortsetzung geben. Der „Service national de la jeunesse“ (SNJ) plant aber ein anderes Projekt, das ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem „Ordre des Architectes et Ingénieurs-Conseils“ (OAI) umgesetzt werden soll.

Insgesamt hat das Projekt für Paolos Team gut geklappt. „Wir sind zufrieden und ich habe gelernt, noch besser mit Holz und größeren Maschinen umzugehen“, sagt der 14-Jährige.


Weitere Informationen unter www.cabanes.lu