LUXEMBURG
MARA KROTH

Max Arendt (20) gewinnt mit innovativem Roboter 1. Platz bei CASTIC-Contest in China

Im August diesen Jahres stellte der „Jonk Fuerscher“ sein Projekt R.A.M (lat.: Rimor, Adjutor, Medicus/Entdecker, Assistent, Doktor) auf dem 33. CASTIC Contest (China Adolescents Science and Technology Innovation) in Chongqing vor und gewann die Goldmedaille für das Großherzogtum. Sein Projekt: Ein Roboter, welcher Bewegungen ausführt, die man mit dem eigenen Körper vorgibt während man einen Sensoren- besetzten Anzug trägt.

Laut ihm ist der R.A.M gar kein Roboter: „Der fertige R.A.M hat eine Größe von 1,80 cm, so wie ich, und sieht aus wie ein Mensch“, erklärt Max Arendt. Durch einen Anzug mit Sensoren überträgt er die kleinsten Bewegungen des Körpers, die dann sofort übertragen werden und den menschlichen Roboter ebenjene Bewegungen ausführen lässt. Bei der Übertragungszeit handle es sich um Millisekunden. Über eine 3-D Brille in Verbindung mit zwei Kameras, welche mit der Ausrichtung der Augen synchronisiert wird, kann der Pilot haargenau sehen, was sich um den Roboter herum abspielt, als stände er selbst an seiner Stelle.

„Viele Menschen haben Angst, dass solche „Roboter“ die Kontrolle übernehmen könnten“, sagt Max. Jedoch handelt es sich bei R.A.M um keinen Roboter, sondern um eine humanoide Drohne. Das bedeute, dass R.A.M lediglich Befehle ausführe, die ihm erteilt werden und keine Künstliche Intelligenz integriert ist. „Er nimmt menschlichen Arbeitskräften keine Arbeit weg, denn es ist noch immer ein ‚Pilot Drone Program‘: Der R.A.M ist nur so gut, wie der Pilot selbst“.

Zwei Versionen

Dabei entwarf der „Jonk Fourscher“, der von der „Fondation Scientifiques Luxembourg“ entsandt wurde, zwei Versionen des R.A.Ms: Zum einen den „R.A.M Storm“ - medizinischer Helfer der Zukunft.: Die Idee für R.A.M Storm kam Max, als er vor zwei Jahren im Zuge eines Praktikums mit seinem Vater im Operationssaal stand, welcher als Chirurg im Hôpital Kirchberg arbeitet. Dort kommt regelmäßig „Da Vinci“ zum Einsatz, eine Technologie, welche winzige chirurgische Eingriffe im Körper durch externe Steuerung eines Chirurgen ermöglicht. „Da Vinci“ kann sogar über große Strecken hinweg gesteuert werden: So kann der leitende Chirurg in Amerika stehen und eine OP in Europa mithilfe einer speziellen Brille durchführen. Das Problem an jener Apparatur: Da Vinci fülle einen ganzen Raum aus und hat einen stolzen Preis von 1,2 Millionen Euro.

Da Vinci inspirierte Max dazu, jene Technologie zu verbessern: Es soll dem Arzt möglich sein, jegliche Art von Operationen auszuführen aus weiter Entfernung auszuführen. Außerdem sollte eine solch kostbare Technologie für Hilfsorganisationen, Krankenhäuser etc. für weniger als einen Millionenbetrag erhältlich sein.

Für den Operationssaal wurde also R.A.M Storm entworfen: Er hat einen menschlichen Oberkörper, sein Unterkörper besteht jedoch aus einer Art Zylinder, der auf Raupen steht, welche für die Fortbewegung sorgen. Stabilisatoren sorgen für sichere und präzise Bewegen, da Fehler im medizinischen Bereich fatale Folgen hätten. R.A.M Storm läuft über Kabelverbindung und Satellit- Verbindung, die dem Chirurg eine einwandfreie Verbindung garantieren.

„R.A.M Scout“- Ein Roboter, der die Welt ändern könnte

Bei R.A.M Scout handle es sich um den Roboter, der dem Erscheinungsbild eines Menschen gleicht. „Er soll besonders robust, quasi unzerstörbar sein, und ca. drei bis viermal soviel Kraft wie ein Mensch haben“, sagt Max. Dieser Apparat läuft über Batterien, damit er sich komplett unabhängig bewegen kann. Der Scout soll in den verschiedensten Bereichen zum Einsatz kommen. In seiner Präsentation beim CASTIC stellte Max ein besonders brenzliges Szenario vor: Kommt es zu einer Naturkatastrophe, wie beispielsweise damals auf Haiti, so haben herkömmliche Rettungskräfte wie Helikopter oder Schiffe oftmals Probleme, sich Zugang zu verschaffen. In diesem Fall könnten R.A.Ms mit Fallschirmen aus einem Flugzeug abgeworfen werden.

Sobald jene auf dem Boden gelandet sind können die steuernden Piloten sich einen Überblick verschaffen, Verletzte auffinden, den Grund als Landeplatz für Helikopter frei räumen. So kann hochprofessionelles Personal in Krisengebieten gefahrenfrei eingesetzt werden.

Um dem Publikum seine Erfindung zu demonstrieren hat Max einen Prototyp selbst designt und produziert: zwei Hände plus Unterarme, bestehend aus 126 Teilen, die er durch einen 3-D Drucker hat anfertigen lassen. Der Druck hat drei Wochen benötigt und insgesamt 12 Stunden, um je einen Arm zusammen zu bauen.

Investoren gesucht

Nach seinem Sieg in China und dem durchgehend positive Feedback plant Max nun, sein Projekt in ein Startup umzuwandeln. Bevor es losgehen kann, müssen Patente angemeldet werden, Investoren an Land gezogen werden und so weiter. Das alles braucht seine Zeit, die Max sich nach seinem Abschluss jetzt nehmen will. Er hat dieses Jahr sein Abitur am Lycée des Garcons absolviert.