LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„A Dog’s Journey“ oder Bailey kehrt zurück

Schon 2017 brachte das Schicksal des Hundes Bailey viele Kino-Zuschauer zum Weinen. Im Film „A Dog’s Purpose“ von Lasse Hallström, der auf dem gleichnamigen Roman von W. Bruce Cameron basiert, wird der Golden Retriever Bailey zum besten Freund des Jungen Ethan. Als der Hund stirbt, reinkarniert er erst als Schäferhund, dann als Welsh Corgi Pembroke, um schließlich als Bernhardiner-Mischling wieder bei Ethan (Dennis Quaid) zu landen, der mittlerweile gealtert ist, und ihn Buddy nennt. Der Hund bringt ihn wieder mit seiner großen Liebe Hannah zusammen.

Durch ein Kunststück, das Ethan Bailey als Junge beigebracht hat, erkennt der erwachsene Ethan seinen einstigen Hund wieder. Wie könnte es auch anders sein, Hollywood hat nun diese seichte Geschichte wieder aufgewärmt, und ein zweiter Teil, „A Dog’s Journey“, wurde unter der Regie von Gail Mancuso gedreht.

Bailey als Beschützer

Der zweite Teil beginnt auf der Farm von Ethan. Zusammen mit seiner Frau Hannah (Marg Helgenberger) erzieht er die kleine CJ (Emma Volk), die Tochter ihres Sohnes Henry, der noch vor ihrer Geburt starb. Ihre Schwiegertochter Gloria (Betty Gilpin) weiß nicht genau, wie sie ihr Leben gestalten soll und zieht nach einem Streit mit CJ aus. Als Bailey schwer erkrankt, bittet Ethan seinen Freund auf CJ aufzupassen, sollte er wiedergeboren werden. Ein paar Jahre später kommt Bailey als Beagle Molly auf die Welt und begegnet CJ (Abby Ryder Forston) in einem Tierasyl. Diese ist von der Hündin begeistert und nimmt sie mit nach Hause, wo sie das Tier erst mal vor der Mutter versteckt. Die Jahre vergehen und CJ (Kathryn Prescott) hat einen Autounfall, bei dem Molly stirbt. Molly/Bailey kommt als Mastiff namens Big Dog, erneut auf die Welt und lebt bei Jo (Conrad Coates) in einer Tankstelle. Big Dog begegnet CJ, als sie hier tankt. Wieder stirbt der Hund und reinkarniert als Yorkshire Terrier Max, der CJ in New York wiedertrifft und es schafft bei ihr zu bleiben. Auch sieht CJ ihren Jugendfreund Trent (Henry Lau) wieder.

Wenig Neues

Die Regisseurin Gail Mancuso hat vor diesem Film, ihr erster Kinofilm, nur fürs amerikanische Fernsehen gearbeitet. Somit hat sie Erfahrung, und ihr erster Kinofilm ist durchgehend gut gefilmt, so dass kein Leerlauf entsteht. Nur werden alle, die den ersten Teil gesehen haben, erahnen, was geschehen wird. Die einzelnen Stationen von Baileys Reinkarnationen sind wohl interessant, wobei die letzte am gelungensten ist, aber die absoluten Überraschungsmomente bleiben aus. Der Schauspieler Josh Gad spricht Voice-Over die Überlegungen von Bailey in den einzelnen Momenten seiner Existenzen, als wäre er ein Mensch, der nichts vergessen hat. Diese Dialoge sind humorvoll, aber nerven ebenfalls bei Situationen, wo allein die Bilder mehr Aussagekraft gehabt hätten. Die schauspielerische Leistung von Kathryn Prescott muss man hervorheben. Mit sehr viel Natürlichkeit spielt sie CJ, die Sängerin werden möchte, Musik liebt, wie ihre Hunde und einen ganz speziellen Mann. „A Dog’s Journey“ hat nicht die emotionelle Kraft des ersten Teils, der außerdem von der Originalität der Geschichte lebte. Es gibt aber wohl die eine oder andere Szene, die auf die Tränendrüsen von empfindsamen Zuschauern drücken könnte.