LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Luxemburg scheint nicht via Antwerpen mit Kokain versorgt zu werden

Der Hafen von Antwerpen gilt als zentrale Drehscheibe für den illegalen Verkehr von Betäubungsmitteln, das weisen auch die aktuellsten Zahlen auf, auf die der LSAP Abgeordnete Dan Biancalana in einer parlamentarischen Frage aufmerksam macht. Er bezieht sich auf einen im Januar im „L‘Écho“ erschienenen Artikel, der darauf hinweist, dass 2019 für Belgien ein Rekordjahr in Sachen Drogenbeschlagnahmung war. Insgesamt 61,8 Tonnen Kokain sollen alleine an diesem Standort im vergangenen Jahr abgefangen worden sein. Die Herausforderungen blieben enorm, daher entwickle der belgische Zoll seine Suchmethoden ständig weiter, erläutert Biancalana.

So werde beispielsweise an einer Technik gefeilt, die durch künstliche Intelligenz, den Kokaingeruch erkennen soll: Die sogenannte „e-nose“, also „elektrische Nase“. Da auch in Luxemburg im Dezember 2019 über eine beträchtliche Drogenbeschlagnahme, in Zusammenarbeit mit belgischen Ermittlern, berichtet wurde, wendet sich der LSAP-Abgeordnete an Finanzminister Pierre Gramegna und den Minister für innere Sicherheit François Bausch, um sich über eventuelle Zusammenhänge zwischen Luxemburg und Antwerpen sowie über aktuelle nationale Zahlen zu informieren.

Testphase der „e-nose“ scheint noch nicht allzu vielversprechend

Die beiden Minister verweisen in ihrer Antwort auf den luxemburgischen Jahresbericht, der besser unter dem Namen „RELIS-Bericht“ oder „National drug report“ bekannt ist. Laut dieser Bilanz wurden vor allem Haschisch (266.522,5g) und Marihuana (91.353,6g) beschlagnahmt. Die Kokain Sicherstellungen seien im vergangenen Jahr, mit 371,5 Gramm, im Vergleich zu Belgien eher niedrig gewesen. Dies seien zurzeit die Zahlen, die die „Administration des Douanes et Accises“ (ADA) vorzuweisen habe. Die der großherzoglichen Polizei werden allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht, heißt es seitens der Minister.

Was allerdings schon gesagt werden könne, ist, dass der ADA und der Polizei keine Beweise vorliegen, die auf eine direkte Verbindung zwischen Luxemburg und den in Antwerpen sichergestellten Drogen schließen lassen.

Auf die Nachfrage hin, ob die Minister mit dem Konzept der „e-nose“ vertraut seien, und ob das Projekt auch für das Großherzogtum interessant sein könnte, informieren die Minister, dass die Ergebnisse, die von der aktuellen Testphase dieser Technik zu erwarten seien, denen eines Drogenspürhundes noch deutlich unterlegen scheinen.