WELLINGTON
AP/DPA

Freiwillige in Neuseeland haben am Freitag versucht rund 100 Grindwale zu retten - nachdem drei Viertel von insgesamt rund 400 Tieren bereits verendet waren. Das teilte die Behörde zur Naturschutzpflege am Freitag mit. Die Grindwale seien am Freitagmorgen entdeckt worden. Zig Menschen hätten versucht, die Wale bei herannahender Flut zurück ins Wasser zu schieben.

Hunderte Landwirte, Touristen und Jugendliche nahmen an der Rettungsaktion der Wale teil. „Man konnte das Platschen hören, die Versuche, zu atmen, das Seufzen. Die Jungtiere waren das Schlimmste, man kann es nur als weinen beschreiben“, sagte Cheree Morrison, eine Redakteurin, die die massenhafte Walstrandung an der Landzunge Farewell Spit auf der Südinsel zuerst entdeckt hatte.

Während der Flut bildeten die Freiwilligen Menschenketten, um die Wale daran zu hindern, erneut zu stranden. Andere hielten noch auf dem Sand liegende Tiere kühl und feucht, in dem sie mit Wasser getränkte Decken über sie legten und ständig mehr Wasser über sie ergossen. Für die Rettung weiterer Wale müssen die Freiwilligen bis zur nächsten Flut am Samstag warten.

Der genaue Grund für das Massensterben war unklar. Die Walschutzorganisation Project Jonah äußerte die Vermutung, dass eine Kombination aus hohen Temperaturen und Erkrankungen die Ursache sein könnte. Bekannt sind Fälle, in denen Wale einem kranken Leittier ans Ufer folgten. Möglich wäre auch ein gestörtes Echolot-System der Tiere als Grund.

An der Landzunge Farewell Spit landen immer wieder Wale an Land. Die Walstrandung dürfte die drittgrößte in Neuseelands Geschichte sein. Die bisher größte wurde 1918 verzeichnet, als rund 1000 Grindwale auf den Strand aufgelaufen waren, 1985 waren es rund 450 in Auckland.