MARC CROCHET

Am 8. Mai jährt sich der Geburtstag von Henry Dunant, dem Begründer des Roten Kreuzes. Die humanitäre Hilfsorganisation will an diesem Weltrotkreuztag auch die vielen Menschen ehren, welche die Organisation unterstützen. Ehrenamtliche und Spender weltweit sowie Angestellte in 190 Ländern ermöglichen es, dass jedes Jahr 160 Millionen Menschen Hilfe erhalten, ob nach Naturkatastrophen, in Konfliktgebieten oder in sozialen Notsituationen.

„Auch in einem reichen Land wie Luxemburg leisten wir Hilfe. Ein Beispiel sind unsere sozialen Lebensmittelläden ‚Croix-Rouge Buttek‘, in denen wir 2016 exakt 5.175 Menschen erreicht haben. Mit den acht Läden wollen wir die Budgets der betroffenen Familien entlasten und etwas Druck von den Familien nehmen. Darüber hinaus haben unsere Sozialarbeiter in den Sozialämtern 5.500 Familien getroffen und sehr unterschiedliche Hilfestellungen geleistet, von Begleitung bei Verwaltungsgängen oder kleinerer finanzieller Unterstützung bis zu breiter sozialer Arbeit. Derzeit nehmen wir auch ein für uns neues Tätigkeitsgebiet auf, indem wir im Auftrag der Stadt Streetwork in der Oberstadt von Luxemburg leisten. Schon mehr als 3.600 Mal sind wir mit Menschen auf der Straße zusammengekommen. Längerfristig ist diese Arbeit darauf ausgelegt, den Menschen wieder den Anschluss an unsere Gesellschaft zu ermöglichen. 

International liegt das Augenmerk des Luxemburger Roten Kreuzes hauptsächlich auf dem afrikanischen Kontinent. Dort droht dieses Jahr im Zusammenhang mit wiederkehrender Dürre eine Hungerskatastrophe. Das hören wir so oft, dass wir abstumpfen, aber es drohen wieder Millionen von Menschen an Hunger zu sterben. Sicher sterben heute fast 30 Prozent weniger Menschen an Hunger als noch vor 20 oder 30 Jahren, aber das bedeutet nicht, dass wir den Hunger besiegt haben. Die Ursachen, vor allem Konflikte, sind meist von Menschen verschuldet. Es ist abzusehen, dass es ein historisches schlechtes Jahr für die Landwirtschaft wird. Betroffen sind die Länder vom Horn von Afrika unter der Sahelzone bis nach Westen, vor allem aber Südsudan und Nigeria. 

Wir haben laufend Mitarbeiter in der Subsahelzone und schaffen dort hauptsächlich Wohnraum: Von der Plastikplane zum Haus, und verbessern Lebenskonditionen durch Wasserzufuhr und Abwasserableitung. Diese Tätigkeit ist unsere Spezialität, aber nun passiert diese Hungerkatastrophe. Wir haben daher entschieden, aus unseren Reserven eine Million Euro für die Länder Somalia, Nigeria, Südsudan und Jemen bereitzustellen, eine halbe Million fließt über das Internationale Komitee vom Roten Kreuz an den Südsudan. Zudem haben wir einen Experten für Geldverteilung nach Nairobi entsandt. In Nigeria unterstützen wir ein Cashprogramm mit 250.000 Euro, in Nordsomalia werden unsere Shelter-Projekte mit 200.000 Euro finanziert. Nach einem speziellen Aufruf für Somalia haben wir noch 120.000 Euro Spenden in Luxemburg erhalten, welche mit 200.000 Euro vom Außenministerium für Lebensmittel in Somalia eingesetzt werden.“