LUXEMBURGCAROLINE KNEPPER

Lina lebt ein Jahr als Austauschstudentin in Sydney

Lina (16), ist für elf Monate nach Sydney gezogen. Einfach so. Ohne Familie, ohne Freunde. Mit nur zwei Koffern. Natürlich wurde das ganze geplant, es lief über eine deutsche Organisation namens „TravelWorks“. Trotzdem, ganz so einfach fiel es der Abenteuerlustigen nicht, für elf Monate alles zurückzulassen. Im „Interview“ erzählt Lina mehr über dieses Abenteuer.

Wie kamst du eigentlich auf die Idee, im Ausland eine Schule zu besuchen?

Lina Die Idee kam mir durch meine Kusine, sie hatte ein Semester in Australien verbracht und konnte nur Positives darüber berichten. Da ich schon immer gerne reise und diese Erfahrung machen wollte, entschloss ich mich, auch ein Jahr im Ausland zu studieren.

Deswegen gleich Australien?

Lina Nun ja, meine Kusine hat sehr viel erzählt und da ich sowieso schon immer mal nach Sydney wollte bot es sich geradezu an. Ich habe mich dann mit meinen Eltern über die Kultur und die Schule informiert, war sofort begeistert und so entschied ich mich für Australien.

War es sehr schwer, deine Eltern von deinen Plänen zu überzeugen?

Lina Es war nicht so schwer wie gedacht. Sie waren sofort damit einverstanden, dass ich ein Jahr im Ausland studieren wollte.

Wann begann die Vorbereitung?

Lina Die war ziemlich kurzfristig. Im Oktober wurde die endgültige Entscheidung getroffen und im Januar war schon die Abreise. Es wurde also noch etwas stressig, sehr viel Papierkram auszufüllen, wie zum Beispiel für das Studentenvisa, es musste eine Gastfamilie gefunden werden. Die Schule musste mich auch annehmen. Glücklicherweise lief vieles über die Organisation „TravelWorks“, die Schüleraustauschprogramme anbietet und das weltweit.

Du lebst bei einer Gastfamilie, warum hast du dich dafür entschieden?

Lina Ich hätte auch auf ein Internat gehen können, habe mich aber für die Gastfamilie entschieden, da man so eher ins neue Leben hineinfindet. Besonders wenn die Familie Kinder in ähnlichem Alter hat oder wie bei mir mehrere Gastkinder aufnimmt, bekommt man sofort Kontakt. Das Haus liegt zehn Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, 15 Busminuten von meiner Schule, der „South Sydney High School“ und nur zehn Minuten zu Fuß vom „Cogee Beach“.

Wie nahmen deine Freunde deine Pläne auf?

Lina Sie waren alle begeistert von der Idee und freuten sich für mich, dass es tatsächlich geklappt hat. Der Abschied war schon sehr hart, ich dachte mir dann aber immer wieder, dass ein Jahr doch schnell vergeht. Mit den meisten bin ich ja weiterhin über Facebook oder Whatsapp in Verbindung.

Wie verlief der Abschied?

Lina Die letzten zwei Tage vor der Abreise konnte ich es kaum noch erwarten, dass es endlich losgeht. Die Aufregung war groß. Es gab viele Verabschiedungen, die auch enorm schwer fielen, beste Freunde, die Familie, jeder wollte mich noch sehen. Ständig fielen mir noch Sachen ein, die ich vergessen hatte.

Wie verlief die Reise?

Lina Das war schon sehr anstrengend. Meine Mutter, mein Bruder und ich fuhren schon am Tag vor der Abreise nach Frankfurt, um nicht in der Nacht fahren zu müssen . Am Tag darauf ging der Flieger um 11.00 morgens. Mit sechzehn Austauschschüler und einer Begleitperson, startete das Abenteuer.

Von Frankfurt ging es in einem sechs Stunden Flug nach Abu Dhabi, dort hatten wir einen Aufenthalt von ungefähr drei Stunden, dann ging es weiter nach Sydney, nochmal vierzehn Stunden Flug. In Sydney wurden wir alle in einem Hostel einquartiert, wo wir die ersten drei Nächte verbrachten. Mit der Begleitperson ging es dann auf „Sightseeing-tour. Danach bekamen wir alle nötigen Infos über Sydneys Kultur und was sich hier nicht gehört.

Hast du dich jetzt gut eingelebt?

Lina Ich bin jetzt fast einen Monat hier und fühle mich super wohl. Ich habe mich von Anfang an sehr gut mit meiner Gastfamilie verstanden und kann mich jederzeit mit Fragen an sie wenden.

In der Schule habe ich in kürzester Zeit weitere Austauschschüler aus aller Welt kennen gelernt, sowie auch neue australische Freunde gewonnen, mit denen ich tolle Sachen unternehme.

Hast du starkes Heimweh?

Lina Natürlich, es gibt Momente da fehlen mir meine Familie, Freunde und auch mein Hund sehr. Man wünscht sich zurück in sein gewohntes Umfeld.

Erst wenn man längere Zeit von Zuhause weg ist wird einem bewusst, was man eigentlich alles hat. Aber der Wunsch hier zu bleiben und dieses Jahr zu genießen gewinnt dann wieder die Oberhand.

Was gefällt dir, jetzt, wo du Sydney etwas kennen gelernt hast?

Lina Die Einstellung der Menschen hier gefällt mir. Jeder den ich bis jetzt getroffen habe, war immer freundlich, es ist eine Art „No-worries“-Mentalität, alle sind gut gelaunt und es herrscht eine lockere, entspannte Stimmung.

Mir gefällt natürlich auch das Wetter, der Strand, die Stadt.