LUXEMBURG
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18 Fragen an die „déi gréng“-Fraktionschefin Josée Lorsché

Für unsere diesjährige Sommerserie ließen wir einer Reihe von Politikern einige Fragen per E-Mail zukommen, von denen wenige politisch, die meisten eher privater Natur sind. Manch einer hat noch am gleichen Tag geantwortet, bei anderen lässt die Antwort immer noch auf sich warten. Heute die Antworten der „déi gréng“-Fraktionschefin Josée Lorsché.

Was war in Ihren Augen das wichtigste politische Dossier in der zurückliegenden Kammersession?

Josée Lorsché Der Staatshaushalt. Unter anderem schuf er die nötige finanzielle Basis zur Verbesserung des öffentlichen Transports und des Umweltschutzes. Darüber hinaus setzte er wichtige Akzente zur Stärkung der sozialen
Gerechtigkeit.

Welches sind für Sie die Prioritäten für die Rentrée?

Lorsché Mit der politischen Rentrée beginnt auch ein neues Schuljahr. Persönlich liegt mir sehr am Herzen, dass die Erziehung zur Nachhaltigkeit zu einer tragenden Säule unseres gesamten Schulsystems wird. Absolute Priorität hat für mich auch die Reform des Jugendschutzes, sowie eine hoffentlich sachliche und zielführende politische Zusammenarbeit in den Bereichen des Datenschutzes und der längst überfälligen Verfassungsreform.

Wohin fahren Sie in den Urlaub, und warum?

Lorsché Auf die Île de Ré, weil es mich grundsätzlich auf Inseln zieht und weil ich die Energie des Atlantiks besonders mag. Dazu kommt die Fahrradfreundlichkeit dieser schönen Insel.

Was haben Sie sich in sportlicher Hinsicht für den Urlaub vorgenommen?

Lorsché Meinen Urlaub nutze ich, um interessante Landschaften mit dem Fahrrad zu erkunden, längere Spaziergänge zu unternehmen und die angeblich positive Wirkung des Jonglierens auf die geistige und körperliche Fitness zu testen.

Welche Bücher planen Sie, im Urlaub zu lesen?

Lorsché „Écrire la vie“ von Annie Ernaux, ein Sammelband ihrer Romane und Tagebucheintragungen; Marcel Prousts „mots, propos, aphorismes“- ein kleines Buch, das ich im Marcel Proust-Museum in Illiers-Combray entdeckt habe und aus aussagekräftigen Fragmenten seiner Erzählung „ À la recherche du temps perdu“ besteht; „Unerhörte Stimmen“ von Elif Shafak - eine Empfehlung von meiner Tochter.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Lorsché Meine beiden Töchter.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Lorsché Fehler, die man erkennt und nicht mehr wiederholt.

Was ist für Sie das größte Unglück?

Lorsché Der Tod eines geliebten Menschen.

Ihre liebsten Romanhelden?

Lorsché Pünktchen und Anton von Erich Kästner, Madame Bovary von Gustave Flaubert, Holden aus der Novelle „A Catcher in the Rye“ von J.D. Salinger.

Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?

Lorsché Die Geschwister Scholl, stellvertretend für alle Widerstandskämpfer*innen.

Ihre Lieblingshelden in der Wirklichkeit?

Lorsché Menschen, die sich selbstlos
gegen Unterdrückung und Ausbeutung zur Wehr setzen.

Ihr Lieblingsmaler?

Lorsché Je nach Stimmung schwanke ich zwischen Edward Hopper, Egon Schiele und Edvard Munch.

Ihr Lieblingsautor?

Lorsché Simone de Beauvoir.

Ihr Lieblingskomponist?

Lorsché Erik Satie.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Lorsché Inspirierenden Menschen aktiv zuhören.

Ihr Hauptcharakterzug?

Lorsché Ich bin eine hoffnungslose Optimistin :-)

Ihr größter Fehler?

Lorsché Wäre er mir immer bewusst, könnte ich ihn besser vermeiden.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Lorsché Darum bemüht, mich noch tiefgründiger mit Marcel Proust und seinen spannenden Fragen auseinander zu setzen...