CHRISTNACH INGO ZWANK

Objekte im 3D-Print sind mehr als nur ein Trend - Henri Colbach präsentiert seine Arbeit

Es surrt und blubbert etwas, als der Printer seine Befehle empfängt und die Arbeit aufnimmt. Doch in diesem Apparat werden keine Blätter bedruckt, hier entstehen dreidimensionale Objekte. Wir sind zu Gast bei Herni Colbach, der in Christnach ein „3D-Print-Studio“ betreibt.

Bereits in den 1980er Jahren erkannten Unternehmen die Kosten-, Zeit- und Gestaltungsvorteile der Technologie bei der Fertigung von Prototypen und Kleinserien - und diese Erkenntnis vertiefte sich: 2012 betrug das weltweite Marktvolumen von „Additive Manufacturing“, einfach gesagt des „3D-Prints“, 1,7 Milliarden Euro.

Kosten werden sinken

Auf die Herstellung von metallenen Strukturen entfallen davon heute etwa zehn Prozent. Experten gehen davon aus, dass sich der Umsatz dieser Technologie im nächsten Jahrzehnt mehr als vervierfachen wird. Denn die Kosten, die mit dieser Technologie verbunden sind, werden in Zukunft deutlich sinken, da ist auch Colbach sicher. Er arbeitet vor allem mit Composite-Puder und Harz als Print-Material, „wobei ich aber auch die Möglichkeit habe, beispielsweise Prints in Silber fertigen zu lassen.“ Auch Prints in Gold sind möglich, „natürlich nur einsprechend teurer.“ So arbeitet Colbach für Architektenbüros, die ihre Entwürfe in eine „ansehnliche Form“ bringen wollen, „je nach Größe des Objektes kann da ein Print schon einmal einen Tag dauern.“ In den Bereichen Kunst und Design, Architektur, Modell- oder auch Maschinenbau wird 3D-Druck so zur Prototypenentwicklung eingesetzt, wie Colbach erzählt. In Bereichen wie Luft- und Raumfahrtindustrie oder auch Medizin- und Zahntechnik wird 3D-Druck bereits zur Massenfertigung eingesetzt.

Quasi alle Materialien sind „zu drucken“

Der Einsatz der 3D-Drucker, um Metallprodukte herzustellen, bietet bereits heute ein großes Potenzial für spezielle Komponenten wie etwa Einspritzdüsen, Prothesen oder Werkzeugeinsätze, berichtet Colbach und verweist auf „die amerikanischen Erfolge“. „Hier wurden sogar im Irak-Krieg Ersatzteile für Flugzeuge vor Ort produziert“. Abzusehen ist, dass Entwickler und Hersteller, die diesen Markt zeitig für sich entdecken und entsprechende Lösungen anbieten, in den kommenden Jahren stark von der wachsenden Nachfrage profitieren werden.

Erschwinglich sind die Arbeiten von Colbach durchaus heute schon: „Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus in 3D rechne ich mit 150 bis 350 Euro Druckpreis, allerdings ohne Bearbeitung der 3D-Datei beziehungsweise Fehlerkorrektur der Daten und ohne Auslieferung.“ Wobei der Einsatzvielfalt keine Grenzen gesetzt sind: Persönliche Ringe oder auch Figuren mit eigenen Gesichter auf der Hochzeitstorte sind für den Ingenieur kein Problem.


Kontakt: 3DPprint.lu /Henri Colbach; Tel. +352 621 22 70 58
6, Lëtsch, L-7640 Christnach, Email: h.colbach@pt.lu - www.3dprint.lu