LUXEMBURG
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24 Fragen an Semiray Ahmedova (déi gréng)

Für unsere diesjährige Sommerserie ließen wir einer Reihe von Politikern einige Fragen per Mail zukommen, von denen wenige politisch, und die meisten eher privater Natur sind. Heute  die Antworten der „déi gréng“-Abgeordneten Semiray Ahmedova.

Was haben Sie während des Lockdowns gemacht und befürchten Sie angesichts der aktuellen Situation einen zweiten Lockdown?

Ich habe von zu Hause aus weiter gearbeitet. Während des Lockdowns wurde unsere Arbeit noch intensiver, und wir spürten die Dringlichkeit der Projekte. Die freie Zeit nutzte ich, um kreativer zu kochen, ich habe wieder mehr gemalt und bin öfter laufen gegangen.  Die Möglichkeit eines zweiten Lockdowns macht mir Sorgen, ich glaube aber, dass wir das als Gesellschaft verhindern können.

Ist Europa, vor allem aber auch die Großregion, in der Corona-Krise gestorben?

Europa ist nicht tot. Es wurde geprüft und hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. Andererseits gibt es positive Entwicklungen wie die gemeinsame Strategie für einen Impfstoff oder die Initiative eines grenzüberschreitenden Pandemieplans für Luxemburg und das Saarland. Der Kampf gegen diesen gemeinsamen unsichtbaren Feind wird uns stärken.  

Was war in Ihren Augen das wichtigste politische Dossier in der zurückliegenden Session?

In dieser ungewöhnlichen Situation waren alle COVID-19 Gesetze wesentlich, da sie es erlaubt haben, den Krisenzustand zu beenden und die direkten Hilfen in den verschiedenen Bereichen zu garantieren.

Welches sind für Sie die  Prioritäten für die Rentrée?

Die Vorbereitung auf eine neue Welle der Pandemie. Gewährleistung der Stabilität der wirtschaftlichen und sozialen Sphäre des Landes. Im Bereich des Wohnungsbaus stehen zwei große Projekte auf der Tagesordnung. Der Gesetzentwurf über den „bail à loyer“ und der „Pacte logement 2.0“, der ein Meilenstein für den Bau von bezahlbaren Wohnungen werden soll.

Wohin fahren Sie, wenn es die Situation denn erlauben sollte,  in den Urlaub, und warum?

Ich werde nicht sehr weit fahren, weil das Parlament jederzeit handlungsfähig sein muss. Ich plane aber, einige Tage mit meiner Familie in Südfrankreich zu verbringen.

Haben Sie – und seien Sie hier bitte ehrlich! - seit der Einführung des gratis öffentlichen Transports schon mehr als einmal Bus, Bahn oder Tram genommen?

Leider nicht, aber das ist darauf zurückzuführen, dass einige Tage nach dieser großartigen Initiative der Lockdown kam. Zur Zeit fahre ich wenn möglich mit dem Fahrrad.  

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Ein Fest oder Festival unter freiem Himmel mit Sonne, Familie, Freunden und gutem Essen. Die schönen Seiten des Lebens feiern.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Wenn ich die Gründe dafür nachvollziehen und verstehen kann. Allgemein bin ich überhaupt nicht nachtragend und glaube an das Gute im Menschen.

Ihr größter Fehler?  

Ich muss noch lernen, loszulassen. Aber im Leben bereue ich nichts... meine Fehler zählen für mich als Lebenserfahrung.  

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Ich liebe das Leben, und ich lebe es in vollen Zügen, aber im Moment signalisiert mir mein Körper, dass ich ein paar Tage Auszeit brauche...

Stoff- oder Einwegmaske?

Stoff.

Netflix oder Fernsehen?

Ein wenig von beidem.

Putin oder Trump?

Weder noch.

Südkorea oder Nordkorea?

Südkorea.

Beatles oder Rolling Stones?

Beatles, das waren noch Zeiten!

Bach oder Stockhausen?

Bach.

Wein oder Bier?

Wein. Guter Wein mit Käse gehört für mich zum irdischen Glück.

Krimi oder Roman?

Roman.

Fahrrad oder Auto?

Fahrrad.

Grün oder Blau?

Grün, die Farbe der Hoffnung.

Nacht oder Tag?

Sonnenaufgang.

Süßes oder Saures?

Süßes.

Hund oder Katze?

Katze.

Kennen Sie einen politischen Witz?

Ja, aber keinen, der kurz genug wäre, um hier erzählt zu werden.