LUXEMBURG
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Politiker einmal anders: Sechs Fragen an CSV-Fraktionschef und -Spitzenkandidat Claude Wiseler

Für unsere diesjährige Sommerserie - der letzten vor den Wahlen vom 14. Oktober - ließen wir einigen ausgewählten Politikern eine Reihe von Fragen via E-Mail zukommen, von denen die meisten auf dem berühmten Fragebogen von Marcel Proust beruhen. Einige haben noch am gleichen Tag geantwortet, bei anderen lässt die Antwort immer noch auf sich warten. Befragt wurden in erster Linie die Fraktionsvorsitzenden beziehungsweise die Gruppenanführer der im Parlament vertretenen Parteien.

Den Auftakt macht CSV-Fraktionschef und -Spitzenkandidat Claude Wiseler, der allerdings eine ganze Reihe von Fragen (die vom Proust-Fragebogen inspirierten), einfach unbeantwortet ließ - weil er joggen gehen musste...

Was war in Ihren Augen das wichtigste politische Dossier in der zurückliegenden Legislatur ?

Claude Wiseler Zwei Dossiers würde ich zurückbehalten. Weil sie symbolisch sind. Positiv fand ich die Bereitschaft der Regierung, nach dem für sie völlig misslungenem Referendum, zusammen mit der Opposition eine gemeinsame Lösung für ein neues Nationalitätengesetz zu suchen und zu finden. Zu diesem Zeitpunkt ein notwendiges Zeichen für die Integrationsbereitschaft unserer Gesellschaft.

Negativ hingegen fand ich die radikale Abschaffung der Erziehungszulage, weil sie für die Abschaffung der Freiheit der Familien steht, ihr Lebensmodell so zu gestalten, wie sie es möchten. Der Staat hat nicht zu entscheiden, wie Familien leben sollten, sondern den Familien in ihren Entscheidungen zur Seite stehen.

Welches sind für Sie die Prioritäten in einer neuen Legislatur ?

Wiseler Dort anzusetzen, wo heute der Schuh am meisten drückt. Priorität hat Wohnungsbaupolitik, Gesundheitspolitik, Erziehungspolitik und Mobilitätspolitik. Die Politik ist in diesen Bereichen den Entwicklungen, die unser Land in den letzten Jahren kannte, nicht gerecht geworden. Und das spüren wir alle in unserem tagtäglichen Leben.

Und dann natürlich ebenfalls dafür zu sorgen, dass unser Staatshaushalt positive Zahlen schreibt und uns erlaubt, die Zukunft vor-zubereiten, und dass unsere Sozialsysteme langfristig abgesichert sind. Ein großes
Programm.

Welches Ministeramt würde Sie reizen ? Soll Xavier Bettel Premier bleiben ?

Wiseler Die Antwort auf die zweite Frage ergibt sich aus der Antwort auf die erste. Und somit sind beide beantwortet.

Wohin fahren Sie in den Urlaub und warum ?

Wiseler Nach Lissabon, die Familie meiner Frau besuchen. Und weil dort Meer und Fado und Kinder und Enkelkinder und Fußball und Sonne und Freunde und Pasteis de Nata und eine wunderschöne Stadt sich begegnen, und man somit alles zusammen haben kann in den paar Tagen Ferien, die der Terminkalender mir dieses Jahr erlaubt.

Was haben Sie sich in sportlicher Hinsicht für den Urlaub vorgenommen ?

Wiseler Regelmäßigkeit… das heißt jeden Tag zwischen sechs und zehn Kilometer laufen. Bis jetzt hat es geklappt. Ich muss für September und Oktober fit sein! Und weil es jetzt Zeit ist, die Laufschuhe anzuziehen, muss ich Sie nun lassen…