LEUDELINGEN
GASTON FREYMANN

Die neue Leudelinger Bürgermeisterin Diane Bisenius-Feipel im Gespräch

In seiner Sitzung vom 15.Januar dieses Jahres benannte der Gemeinderat Diane Bisenius-Feipel zur Bürgermeisterin der Gemeinde Leudelingen. Sie ersetzt somit offiziell Rob Roemen, der am Weihnachtstag an den Folgen eines Sturzes starb. Diane Bisenius-Feipel war als zweite Gewählte aus den Kommunalwahlen im Oktober 2011 hervorgegangen.

Wenige Tage nach ihrem faktischen Amtsantritt war sie zu einem Interview bereit.

Journal: Was veranlasste sie vor fünfzehn Monaten den Schritt in die Politik zu wagen?

Diane Bisenius-Feipel: Irgendwann einmal wollte ich Politik machen. Jedoch der Zeitpunkt kam für mich komplett verfrüht. Politik war immer seit meiner Kindheit ein Thema im Elternhaus. Mein Vater Jean Feipel war über drei Jahrzehnte in der Lokalpolitik aktiv. Als damals 62- jähriger wollte er sich dem Wähler noch für ein weiteres Mandat für sechs Jahre stellen. Doch es kam alles anders. Mein Vater starb unerwartet am 2. Juli 2011. Nach reiflicher Überlegung stand aber schon bald für mich fest, seine Nachfolge anzutreten und ich kandidierte. Völlig überrascht war ich allerdings von dem hohen und gleichzeitig unerwarteten Wahlergebnis. Für mich war sofort klar, ich habe den Wählerwillen zu respektieren. Aber ich mache auch kein Geheimnis daraus, dass mich Rob Roemen ermutigt hat, den Schritt in die Politik zu wagen.

Sie verzichten auf eine neue Schöffenratserklärung?

Diane Bisenius-Feipel: Das stimmt so. Unter der Führung von Rob Roemen hatten wir gemeinsam ein Programm für die kommenden sechs Jahre aufgestellt, was wir auch so durchführen wollen, in der Hoffnung, dass uns die finanziellen Mittel dafür gegeben sind. Jedenfalls wollen wir alle im Sinne der Kontinuität unser Mandat zu Ende führen.

Wie sah die Nachfolge nach Roemens Tod aus?

Diane Bisenius-Feipel: Ich habe nach Rob Roemens Tod für kurze Zeit stellvertretend, die Geschicke der Gemeinde geleitet. Als „erster Schöffe“ oblag es mir, diesen Posten zu bekleiden. Jedenfalls wollte ich die Wählerschaft nicht enttäuschen, die mir mit nur 17 Stimmen Rückstand auf den Erstgewählten, ihr volles Vertrauen ausgesprochen hatte.

Als Mutter, Ehefrau und Gemeindebeamtin wollte ich mir natürlich die nötige Zeit lassen, um zu überlegen, ob ich dies alles unter einen Hut bekomme. Da mir Unterstützung seitens meiner beiden Schöffenkollegen Ulli Halsdorf und Victor Christophe, sowie der Mitglieder des Gemeinderats und des gesamten Gemeindepersonals zu gesagt wurde, willigte ich ein. Allerdings hätte ich noch gerne bis ans Ende der Mandatsperiode an Rob Roemens Seite verbracht und ich hätte bestimmt noch viel von ihm lernen können.

Wie sehen sie die Entwicklung der Gemeinde Leudelingen in den kommenden Jahren?

Diane Bisenius-Feipel: Augenblicklich zählt die Gemeinde 2.300 Einwohner. Ich sehe allerdings kein so starkes Anwachsen in den kommenden Jahren, dass in den nächsten vier Jahren die Zahl der 3.000 erreicht werden könnte. Zur Zeit sind keine größeren Bauprojekte in Aussicht gestellt. In Punkto Straßenverkehr hoffe ich, dass das neue Verkehrskonzept, das im Herbst umgesetzt wird, eine Verbesserung mit sich bringt.

Prioritäten

Natürlich liegen ihr die Anliegen der Bevölkerung am Herzen, aber alles Gewünschte sei nicht immer machbar. Um ein gutes Funktionieren der Gemeindeverwaltung zu gewährleisten, will Rob Roemens Nachfolgerin ein Organigramm erstellen, im dem die Kompetenzen genau festgehalten werden. Bedingt durch die personellen Probleme, die es in der Vergangenheit gab, sei dies unumgänglich.

Als Mutter von zwei Kleinkindern will die Bürgermeisterin die bestehenden Kinderspielplätze erneuern, die dann auch den Sicherheitsnormen entsprechen sollen. Gleichzeitig erinnert Diane Bisenius-Feipel daran, dass in den letzten Jahren viel Geld für kommunale Infrastrukturen ausgegeben wurde und es die augenblickliche Finanzlage nicht erlaubt, weitere größere Projekte anzugehen.