CLAUDE KARGER

Nein, der „VR-Faktor“ hat nichts mit „Virtual Reality“ zu tun, es handelt sich um knallreale Viviane-Redingsche-Ellenbogenpolitik, die „den Herren, die sich sonst über ,rosa Uniformen‘ lustig machen, elektorale Schweißperlen auf die Stirn treibt“, wie der „T“-Leitartikler am Samstag meinte. „Die CSV führt keinen inhaltlichen Richtungsstreit, sondern einen rein internen Macht- und Wahlkampf“, lautet die Diagnose. Tja, wen interessieren schon Visionen für die Zukunft, wenn in der größten Oppositionspartei „die Vorzeigevertreterin aus der Gattung der Politik-Ichlinge“ („Wort“) den Laden ordentlich aufmischt. „Parteifreunde sind doch etwas Wunderbares“, seufzt die Erzbistumszeitung. Aber mal ehrlich: Soll man solchen „Ichlingen“ wirklich weitere Nahrung für ihr Ego liefern, bis es irgendwann größer ist als das Ländchen und dessen Belange ratzfatz dahinter verschwinden? Aber „VR“ weiß natürlich genau, wie Machtstrippenziehen geht: Im Brüsseler Zirkus lernt man so was. Und schließlich hatte sie einen Strippenzieher-Virtuosen als Kabinettschef: Martin Selmayr, der nun zweitmächtigster Mann hinter JCJ ist und kürzlich von „Libération“ mit Frank Underwood, dem erbarmungslosen Politiker aus „House of Cards“ verglichen wurde. Mal schauen wie’s im „House of Spautz“ weiter geht. Bleiben Sie dran!