LUXEMBURG
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Operation „ROTAMM“: Wie man aus 200.000 gebrauchten Reifen mit krimineller Energie über 1,8 Millionen Euro machen kann

Die spanische Guardia Civil hat mit Unterstützung von Europol und Ameripol eine kriminelle Gruppe ausgehoben, die illegal in Afrika, Amerika und Europa Handel betrieben hat.

Aktion in 17 Ländern

Im Rahmen der Operation „ROTAMM“ sprengte die Guardia Civil eine kriminelle Gruppe, die vor allem in Amerika, Afrika und Europa aktiv war. Die Operation umfasste insgesamt 17 Länder von den drei Kontinenten. Es wird geschätzt, dass die Organisation Nettogewinne in Höhe von fast zwei Millionen Euro erwirtschaftet hat.

Infolge der Ermittlungen wurden neun Personen verhaftet. Darüber hinaus wurden weitere Strafanzeigen gestellt, 17 Häuser durchsucht. Die Ermittler glauben, dass diese Gruppe in den letzten fünf Jahren mehr als 200.000 Reifen illegal verkauft haben könnte.

Das Netzwerk war in vielen europäischen Ländern aktiv. Die Gruppe erwarb in den Ländern Reifen, die für die Entsorgung bestimmt waren, um sie dann in Drittländer mit niedrigem Einkommen weiterzuverkaufen, wo sie wieder für Fahrzeuge wiederverwendet werden sollten.

Europol unterstützte die Untersuchung über sechs Monate und stellte technische Unterstützung, internationale Koordinierung, Berichte und Analysen bereit - wobei Ermittlungen in Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Polen und Portugal erfolgten, ebenso wie in Bolivien, Kolumbien, Kongo, in der Dominikanischen Republik, El Salvador, Ghana, Mauretanien, Panama, Paraguay, Puerto Rico und Senegal.

Jari Liukku, Leiter der zuständigen Abteilung im „Europäischen Zentrum für schwere und organisierte Kriminalität“ bei Europol sagte: „Umweltkriminalität zum Zweck des illegalen Handels ist ein schwerwiegendes Verbrechen im Strafjustizsystem in der EU.“. Dies sei erneut ein Erfolg von Europol im internationalen Ansatz. „Aber es stehen uns noch enorme Herausforderungen bevor“, resümiert Liukku.