LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Gesundheitsministerin appelliert an Bürger, sich im Privaten an die sanitären Empfehlungen zu halten

Mit der Aufhebung des Notstands beginnt eine neue Phase, in der die Eigenverantwortung der Bürger noch einmal an Bedeutung gewinnt. Seitdem infolge des Gutachtens des Staatsrats Einschränkungen gegen die Ausbreitung des Coronavirus im Privaten aus dem Covid-Gesetz gestrichen werden mussten, sei es wichtiger denn je, sich an die allgemeinen sanitären Empfehlungen - Distanzwahrung und Maskentragen - zu halten, lautete der Appell der Gesundheitsministerin gestern. „Wir sind in der Mitte einer Pandemie“, mahnte Paulette Lenert zur Vorsicht, also gewissermaßen im Auge des Sturms. Sie appellierte auch an Bürger, ihren Arzt zu kontaktieren, sobald sie auch nur die geringsten Symptome wahrnehmen.

Einen zweiten Lockdown will die Regierung verhindern. Das großflächige Testen ist ein wichtiges Element dafür, weil es erlaubt, positiv getestete Personen mit nur wenigen oder keinen Symptomen in Quarantäne zu setzen. Allerdings ist die Bereitschaft, sich an den verschiedenen Drive-In-Stationen oder zu Fuß testen zu lassen, noch ausbaufähig: Etwa ein Viertel der Einladungen würde angenommen. Durch geplante Kampagnen sei sie zuversichtlich, dass sich Zahlen verbessern werden. „Wir erwarten noch einen größeren Andrang“, sagte Lenert. Gleichzeitig soll geprüft werden, ob die Anmeldung zur Terminvereinbarung vereinfacht werden könne.

Gesundheitsdirektor Dr. Jean-Claude Schmit bestätigte indes, dass eine „Reihe von Schülern“ positiv auf Covid-19 getestet wurde - und bestätigte damit indirekt eine Dringlichkeitsanfrage der CSV. Informationen der Oppositionspartei zufolge wurden mindestens zwei Schüler positiv getestet. Schmit erklärte, dass in einem solchen Szenario nicht unbedingt die ganze Klasse in Quarantäne geschickt werden müsse, wenn die Vorsichtsmaßnahmen wie das Social Distancing eingehalten wurden. Wenn die Klassen ab Montag wieder zusammengelegt werden, werden die Abstände hingegen nicht immer eingehalten werden können. Dann müsse man im Falle einer Infektion „von Fall zu Fall entscheiden“, wer in Quarantäne kommt.

Die Regierung will indes bis zum 15. Juli eine neue Teststrategie vorstellen sowie eine Bilanz ziehen. Es soll darum gehen, verschiedene Szenarien des Pandemieverlaufs durchzuspielen, erklärte Lenert.

Die LSAP-Ministerin kündigte am Rande des Briefings auch wöchentliche Pressebriefings an, um Medienanfragen in gebündelter Form beantworten zu können.

Sieben neue Infektionsfälle

Gestern wurden sieben neue Covid-19-Infektionen mittels Tests nachgewiesen. Knapp 100 zusätzliche Tests wurden von Montag auf Dienstag durchgeführt. Die Zahl der aktiven Infektionen beläuft sich damit auf 65.

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