LUXEMBURG
LJ

Covid-19-Krise: Eine Menge Hilfsaktionen wurden gestartet - Und sind sehr dynamisch

Masken und Schutzkittel nähen, Desinfektionsmittel herstellen oder Schutzvisiere für Gesundheitspersonal, Online-Plattformen für den Handel einrichten, Hilfe beim Einkaufen anbieten, Telefon- oder Videokonferenz-Gesprächsrunden organisieren, Hausaufgabenhilfe, Unterhaltungsformate.... Die Solidarität wird in diesen Zeiten der Krise groß geschrieben im Ländchen und die Kreativität für neue Initiativen ist überbordend. Wir begleiten natürlich laufend eine Reihe der Aktionen, über die wir bereits geschrieben haben und berichten gerne über neue Impulse. Auf dieser Seite finden Sie ein Update über einige Initiativen. •

Heimische Produktion von Schutzkleidung verdoppelt - Initiative „Ferranti“ beliefert jetzt auch CHL mit Schutzkitteln

Die Initiative „Ferranti“ für die Herstellung von Schutzkleidung für das Personal der Hôpitaux Robert Schuman hat bald mehr Arbeit. Nach einem sehr erfolgreichen Fundraising der Fondation des Hôpitaux Robert Schuman soll die Produktion der Schutzkleidung verdoppelt werden, wie das „Journal“ aus mehreren Quellen erfuhr. Bislang werden täglich rund 250 bis 300 Schutzkittel hergestellt, dazu seit kurzem auch Hosen. Diese kamen bislang dem Personal der Hôpitaux Robert Schuman zugute. Ab kommender Woche soll sich die Produktion verdoppelt werden. Vier Produktionslinien stehen ab Montag. So lange brauchen die Organisatoren vor Ort, um mehr Näherinnen und Industrienähmaschinen zu finden. Davon kann dann das CHL profitieren, das angefragt hatte. Die Fondation des Hôpitaux Robert Schuman hatte sich stets anderen Krankenhäusern gegenüber offen gezeigt. HRS-Direktor Georges Heirendt sagt, die Fondation sei bereit, auch andere zu unterstützen, so dies möglich ist. CC

www.hrs.lu

Lëtzebuerger Journal

Die Corona-Kollektion: T-Shirts und mehr - Webshop Roudbréck spendet 100 Prozent

Das Toilettenpapier „Gär Geshit“, T-Shirts mit Logos wie „Zesumme staark“ oder Cannelloni namens „Coronolli“: Der Luxemburger Webshop „Roudbréck“ bietet mit seiner neuen Corona-Kollektion „Solidaritéit“ die Möglichkeit, sowohl die luxemburgische Sprache und Kultur zu fördern, als auch zu helfen. Denn der Erlös der speziell wegen des Coronavirus aufgelegten Kollektion geht integral an die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“. Bislang sind das über 2.000 Euro. Die Idee und Umsetzung dazu hatte Emmanuel Simon. Er lebt seit zwei Jahren aus privaten Gründen in Istanbul. Der Webshop „Roudbréck“, den er seit 2019 betreibt, ist für ihn auch ein Stück Heimat. „Ich will eine gute Qualität und eine verantwortungsvolle Produktion. Vor allem aber liegt mir die Luxemburger Sprache am Herzen“, versichert er. Mehr als 250 Designs auf Luxemburgisch stehen für T-Shirts, Kapuzensweater, Schürzen und Taschen zur Verfügung. Produziert wird in Deutschland. CC

www.roudbreck.lu

Lëtzebuerger Journal

Onlineshopping für Luxemburger Firmen - nala.lu zählt fast 600 Läden

Die Gratis-Webseite für Luxemburger Unternehmen ist ein großer Erfolg. Ganze 426 Geschäfte sind bei Redaktionsschluss dort registriert, rund hundert weitere haben sich angemeldet – innerhalb einer Woche. Auf nala.lu können Unternehmen aus Luxemburg ihre Ware oder Dienstleistungen kostenlos und ohne großen technischen Aufwand oder Prüfungen online anbieten. Vier junge Luxemburgerinnen und Luxemburger hatten die Idee und setzten sie mit Hilfe von weiteren Freunden um, mittlerweile sind es elf. Die Webseite nala.lu gratis. Sprecherin Lena Hoss freut sich über den Erfolg von bald 600 Geschäften. „Manche Läden haben so viel Nachfrage, dass sie uns gebeten haben, sie temporär von der Webseite zu nehmen, weil sie mit dem Liefern nicht nachkommen“, berichtet sie. Das Nala-Team arbeitet jetzt an verfeinerten Suchmöglichkeiten mit Kriterien wie Stadt, Region oder Produktkategorie sowie einem erweiterten Kulturangebot. Es hofft auf noch mehr Kunden. In den ersten 48 Stunden kamen 16.000 auf nala.lu, nach vier Tagen waren es schon 32.000. CC

www.nala.lu

Brennereien im Stand-by - Herstellung von reinem Alkohol: bislang keine Nachfrage

Die kleinen Brennereien halten sich weiter bereit, für den Fall, dass sie gebraucht werden, um reinen Alkohol für den sanitären Bereich zu produzieren. Bereits vor mehr als einer Woche hatte man damit begonnen, alles Nötige in die Wege zu leiten und die Anfragen an die zuständigen Instanzen zu richten. „Bisher ist nichts passiert, was aber wahrscheinlich daran liegt, dass wohl noch genug auf Lager ist“, sagt Christian Zenner von der „Distillerie Zenner“ in Schwebsingen auf Nachfrage hin. Es mache demnach wenig Sinn, jetzt reinen Alkohol oder Desinfektionsmittel zu produzieren, wenn kein Bedarf bestehe. „Wir halten uns aber in Bereitschaft“, unterstreicht er. SIM

www.distillerie-zenner.lu

3D-Printer im Stand-by - Die Nachfrage bleibt, aber die Freiwilligen sind gut vorbereitet

Aktuell befinden sich die fleißigen Helfer der Gruppe „3D Print – Let’s Fight Corona Luxembourg“ im Standby und haben noch eine Reserve von 4.000 Schutzvisiere. Um eine noch bessere Übersicht über die Aktion zu haben, ging vor kurzem die Internetseite www.letsprint.lu online. Nicht nur die Standorte der sieben Sammelstellen sind hier auf einer Karte eingezeichnet, sondern auch die nötigen Informationen zur Herstellung der gebrauchten Teile stehen auf dieser Plattform ganz einfach zum Download zur Verfügung. Nachdem die Krankenhäuser versorgt wurden, haben nun Bestellungen anderer Pflegedienste oberste Priorität. „Wir haben mittlerweile schon rund 9.000 Visiere ausgeliefert“, verrät Jeff Schockmel, der die Seite mit seinem Bruder gegründet hat, stolz.LM

www.letsprint.lu

Masken statt Mode - Bram hat Produktion umgestellt und unterstützt Gesundheitssektor

Das Modehaus Bram in der City Concorde produziert jetzt Schutzmasken. Im hauseigenen Änderungsatelier wurde teilweise auf die Produktion von Mund- und Nasenschutz-Masken umgestellt, die seit Montag hergestellt werden, wie Filialleiter René Weise bestätigte. In dieser Woche will das Unternehmen bis zu 1.000 Stück produzieren. Die Masken bestehen aus einem auch sonst im Krankenhaussektor verwendeten Material namens Sontara. Sie sind wiederverwertbar, da man sie kochen kann und somit günstig, entsprechen jedoch nicht Intensivpflegestandards. „Gedacht sind sie für das Pflegepersonal, Unternehmen oder Behörden“, teilte Weise mit. Wegen der Coronakrise ist der Umsatz bei Bram allein im März um die Hälfte eingebrochen. CC

www.bram.lu

Lëtzebuerger Journal

Warten auf die Verteilung - #BitzDoheem: Tausende Masken eingetroffen

Auf den Aufruf #BitzDoheem hin sind derzeit 440 Freiwillige in Luxemburg dabei, eifrig Schutzmasken selbst zu nähen. „Die ersten haben auch schon ihre Kisten abgeben“, sagte Raoul Wirion von der „Fédération Nationale des Éclaireurs et Éclaireuses du Luxembourg“ am Dienstag. Verteilt wurden bislang aber noch keine. War ursprünglich geplant, die Masken beispielsweise in Supermärkten an die Bevölkerung zu verteilen, gebe es jetzt eine Abmachung mit der Covid-19-Krisenzelle und dem Gesundheitsministerium, dass sie festlegen, wo die Masken hinsollen. „Wir haben da aber noch keine Entscheidung“, erklärt Wirion. Auf Nachfrage bei der Covid-19-Koordinierungszelle hieß es am Dienstag, mit einer Entscheidung sei „sehr kurzfristig“ zu rechnen. Wie auch Wirion zeigt man sich auch im Gesundheitsministerium über die rege Beteiligung beeindruckt. „Es ist unglaublich“, sagt der Pfadfinder. Wirion schätzt, dass bislang etwa 8.000 Masken bei der Post zwischengelagert sind. cb

www.bitzdoheem.lu

Freiwillige Helfer - Hilfsangebot tut sich mit Stadt Esch zusammen

GoldenMe, eine Initiative der Studenten Mara Kroth und Johannes Heuschkel, die sich für Senioren engagiert, wollte auch in der Corona-krise helfen mit der Kampagne #ZesummenStattAleng. Schnell fanden sich Freiwillige. Damit die Hilfe auch richtig ankam, arbeiteten die jungen Leute mit der Stadt Esch/Alzette zusammen, mit der es schon Kontakte gab und die eine umfangreiche Informationsseite zusammengestellt hatte. Hier finden sich auch Links zu Solidaritätsinitiativen und verwandten Instrumenten, einschließlich der GoldenMe-Plattform. Laut der Stadt helfen Freiwillige vor allem, um beispielsweise Medikamente abzuholen oder aber einzukaufen. Auch Gassi gehen ist möglich. Telefonisch ist der Dienst unter Tel. 27 54 22 10 von Montag bis Freitag zwischen 9.00-12.00 und 13.00-16.00 erreichbar. CC

hellef.esch.lu

265.000 Euro in einer Woche - COVID-19-Stiftung erfreut über außergewöhnliche Unterstützung

Die vor einer Woche gegründete COVID-19-Stiftung, die verschiedene Projekte gegen die Pandemie unterstützt, erfährt viel Unterstützung. Neben sechs privaten Spendern, die jeder mindestens 2.500 Euro gaben, meldeten sich auch zahlreiche Unternehmen, vor allem große multinationale Konzerne, aber auch Stiftungen aus dem In- und Ausland und Finanzinstitute. Sie spendeten im Durchschnitt 25.000 Euro, manche 50.000. Bis jetzt kamen so 265.000 Euro zusammen, weitere Zusagen werden noch umgesetzt. Tonika Hirdman, Direktorin der Fondation de Luxembourg, zeigte sich sehr erfreut: „Das ist außergewöhnlich!“ Besonders interessiert sind Spender an der Schutzkleidungsinitiative sowie an sozialen Projekten für Menschen, die aus dem Gesundheitssystem fallen oder obdachlos sind. Weniger hoch ist derzeit das Interesse an den Forschungsprojekten, obwohl hier noch weitere hinzugekommen sind. CC

tinyurl.com/covid-19-foundation