LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Das „International Bankers Forum“ gibt Ausblick für den Finanzplatz

Es ist eine Tradition: Einmal im Jahr lädt das „International Bankers Forum Luxembourg“ seine Mitglieder ein und gibt einen Ausblick auf die Entwicklung des Finanzplatzes. Gestern zog KPMG-Partner Thomas Feld für die 1989 gegründete Non-Profit-Organisation Bilanz unter dem Titel: „Quo vadis, Luxembourg?“

Den meisten der rund siebzig Gäste im Auditorium der „Banque de Luxembourg“ waren die Fakten vom AAA-Rating über 576.249 Einwohner bis hinzu Schlagwörtern wie Rifkin, Space Mining oder der Arbeitslosenrate von 6,4 Prozent bekannt. Eindrücklich belegte Feld jedoch, dass der Finanzsektor die treibende Wirtschaftskraft schlechthin ist. Hier arbeiten über 42.000 Menschen, hier wird das meiste Geld umgesetzt, und mit über zehn Prozent wächst der Bereich am stärksten.

Fonds weiter stark

Innerhalb des Finanzsektors ist der Fondsbereich mit 3,6 Billionen Euro verwaltetem Vermögen der Platzhirsch, bei den Banken arbeiten rund 25.000 Menschen, bei den 314 „Professionels du Secteur Financier“ (PSF) immerhin schon 15.000; vor allem bei den Riesen Franklin Templeton und Clearstream. Die 143 Banken verwalten hingegen 743 Milliarden Euro. Neue Regulierungen setzen die Margen der Banken weiter unter Druck. „Vor allem kleinere Institute leiden darunter“, unterstrich Feld. Banken, die die Finanzkrise nicht verursacht hätten, litten. „Die Vielfalt des Finanzplatzes ist bedroht.“ Feld forderte die Regulatoren auf, sich besser zu organisieren. Vieles müsse doppelt geschickt werden.

Anstehende Herausforderungen wie Brexit, Wahlen, Digitalisierung oder Niedrigzinsen analysierte Feld ebenso wie die Körperschaftssteuer. Angesichts der EZB-Politik sprach er von einem „Winterblues“ für Banken. Für die Fondsindustrie zeigte sich Feld optimistisch, bei Banken gebe es Unsicherheiten hinsichtlich des Kundenverhaltens, während PSF ihre Rolle gefunden hätten. Auch wenn er mit einer robusten Wirtschaft und ebensolchem Wachstum rechnet, rät Feld dem Staat zur Sparsamkeit. „Das Ökosystem des Finanzplatzes funktioniert gut“, meinte er zum Schluss. Den Vortrag gibt es ab nächste Woche auf:


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