CLAUDE KARGER

Da hatten wir gedacht, konstruktiver Oppositionschef zu sein wäre ein ehrenvoller Job und dann das: „DP, LSAP und Déi Gréng verbannten Juncker und seine CSV in das parlamentarische Fegefeuer, auf die harte Oppositionsbank der Chamber“, bedauert das „Wort“.

„Jean-Claude Juncker möchte wirklich nicht bis 2018 auf dem achten Stuhl der ersten Reihe rechts im Kammerplenum versauern“, meint das „Lëtzebuerger Land“. Kein Wunder, dass der Betroffene alles tut, um da raus zu kommen. Wochenlang zierte er sich zu EU-Karriereplänen, kurz vor dem Gipfeltreffen der konservativen Partei-Leader brachte er sich vorgestern dann doch mit zwei kurzen Sätzen ins Gespräch als Kandidat für den EU-Kommissionsvorsitz. Geritzt ist die Sache allerdings längst nicht. Denn obwohl prominente Konservative bei Journalistenfragen zu Juncker das Weihrauchfässchen schwingen, zeigt sich „Mutti“ Merkel wenig enthusiastisch. Aber auch wenn’s mit der Barroso-Nachfolge nicht klappen sollte: „Comebacks“ sind immer drin. Wie paraphrasierte gestern im Interview mit dem „Quotidien“ Quentin Dickinson, der Direktor für EU-News bei Radio France einen ehemaligen Bürgermeister aus dem rauen Marseille: „En politique, on n’est mort que quand on est dans la caisse“.