LUXEMBURG
INGO ZWANK

CFL-Mitarbeiter versammelten sich am hauptstädtischen Bahnhof

Etliche Kerzen stehen auf dem Bahngleis, wo der verunglückte 44-jährige Lokführer am Dienstag seine Fahrt antrat. Viele Arbeitskollegen und Bekannte des Verstorbenen waren am Mittwoch um 8.30 zum Bahnhof der Hauptstadt gekommen, um an ihren Kollegen und Freund zu erinnern. Um 8.45, der Zeitpunkt, an dem das Unglück geschah, hupten auch die im Dienst befindlichen Züge.

Am Dienstagmorgen waren ein Personenzug, in Richtung Thionville unterwegs, und ein Güterzug aus Frankreich kommend bei Bettemburg kollidiert. Der luxemburgische Lokführer kam dabei ums Leben, der Zugführer des französischen Zuges wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht, eine französische Schaffnerin wurde leicht verletzt.

Ursachenforschung läuft

Wie es genau zu dem Unglück gekommen ist, das müsste die Auswertung der Daten bringen, sagte CFL-Generaldirektor Marc Wengler am Mittwochmorgen im RTL-Interview. Man könne immer noch nicht mit Gewissheit sagen, was zu dem fatalen Zusammenstoß geführt hat. Daten wie gefahrene Geschwindigkeiten und vieles mehr seien nun in den Händen der Ermittler, die Fahrtenschreibern der Zugmaschinen müssten ausgewertet werden. Es sei nun an den Experten, die richtigen Schlüsse aus diesen Infos zu ziehen.

Interessant wird vor allem der Umstand sein, warum vorhandene und installierte Sicherheitssysteme nicht reagiert haben. Wie der Zug also das Signal passieren konnte, ohne dass die Nothaltefunktion den Zug zum Stehen brachte, ist zu klären. Eine solche automatische Notbremsung ist für den Fall vorgesehen, dass ein Lokführer das „Rotlicht“ übersieht. Mittwoch war unterdessen ein Schwerlastkran am Unglücksort eingetroffen, mit dessen Hilfe die rund 90 Tonnen schwere E-Lok angehoben wurde. Erst dann konnte man die beiden Züge auseinanderziehen.

Dank an die Helfer vor Ort

„An dëse schwéiere Stonnen sinn eis Gedanken beim Affer a senger Famill. Dodriwer eraus denke mir awer och un déi Blesséiert vun dësem trageschen Accident“, äußerten sich Mittwochnachmittag die Syprolux-Verantwortlichen und danken in gleichem Atemzug den Rettungskräften für ihren Einsatz am Unfallort: „E grousse Merci fir hir schnell a professionell Hëllef.“

Die CFL teilte mit, dass es weiterhin zu Einschränkungen im Zugverkehr kommen wird und Ersatzbusse im Einsatz sein werden. So werden voraussichtlich bis Samstag keine Züge zwischen Frankreich und Luxemburg fahren. Die CFL rät den ihren Kunden, auf andere Transportmöglichkeiten zurückzugreifen. Die CFL erinnert daran, dass aber durchaus mit Verspätungen bei diesen Ersatzbussen zu rechnen ist.

Was die Regionalzüge anbelangt: Von Luxemburg nach Thionville fahren Busse. Die Passagiere können sich zwischen dem Bus auf der Bahnhofshaltestelle 19 oder den Bus Nummer 300 entscheiden. Es fahren auch Busse in die entgegengesetzte Richtung. Wer nach Metz oder weiter will, kann den Bus nach Thionville nehmen, um dann in den Zug Richtung Metz umzusteigen.

Wer normalerweise den Zug von Luxemburg nach Thionville über Hettange-Grande nimmt, kann den Ersatzbus der CFL oder eine der Buslinien 323 oder 302 nehmen. Wer den TGV nach Paris nehmen will, muss ebenfalls auf die Ersatzbusse der CFL zurückgreifen, die auf der Haltestelle 19 abfahren. Sie fahren bis zur „Gare Lorraine“, wo man dann den Bus kann.

Alle Infos sind auf der Homepage www.cfl.lu und unter www.ter.sncf.com/lorraine abrufbar.