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Spielefokus - F-Zero: Maximum Velocity

Einst war die Pole Position die Heimat von F-Zero. Doch seit ihrem Debüt im Jahr 1990 hat sich für die Serie vieles verändert. Heute wird sie größtenteils von Nintendo vernachlässigt. Das letzte Spiel in der futuristischen Renn-Serie erschien 2004 und ein neues Spiel ist nicht in Sicht. Immerhin wird nun mit Maximum Velocity der GBA-Starttitel auf der Wii U als Downloadtitel auf ein Neues veröffentlicht.

Eng am Original

„F-Zero Maximum Velocity“ war nicht nur einer der Start-Titel für Nintendos neues Handheld im Jahr 2001 sondern in gewisser Hinsicht ein direkter Nachfolger des Originals von 1990. Vor allem der Mode 7 - Effekt, der mithilfe von rotierenden zweidimensionalen Bildern einen dreidimensionalen Effekt vorgaukelte, feierte hier seine Renaissance. Das war zwar 2001 bei weitem nicht mehr so beeindruckend, wie damals, hatte jedoch einen großen Vorteil: Es erlaubte enorm hohe Geschwindigkeiten und hübsche Grafiken, bei relativ niedrigem Rechenaufwand. Das passte perfekt zum Gameboy Advance, der eigentlich nur eine aufgemotzte Version des Super Nintendos unter der Haube verbarg.

F-Zero bietet egal auf welcher Plattform Rennspaß auf höchster Geschwindigkeit. Nicht selten depassiert man da die 400km/h Grenze! Doch die Geschwindigkeit hat ihren Preis: Die Boliden lassen sich wesentlich schwieriger steuern, als das noch bei anderen Rennspielen der Fall ist. Das hat insofern Nachteile, als dass man gerne von der Ideallinie abkommt und geradewegs in die Energiewand knallt. Das sollte man nicht zu oft tun, denn die eigene Maschine kann einem schnell um die Ohren fliegen. Dadurch erklärt sich auch der hohe Schwierigkeitsgrad, der schon dafür sorgt, dass Anfänger der Serie eher fern bleiben. Doch nach einer Eingewöhnungszeit lernt man das einzigartige Handling der Maschinen kennen und schätzen. Und dann kommt man auch mit den aggressiven Konkurrenten klar.

Ausschlussverfahren

Interessant an der Art und Weise, wie Maximum Velocity funktioniert, ist die Tatsache, dass in den fünf Runden, die es auf jedem Kurs zu fahren gilt, immer die letzten paar Wagen ausfallen, bis die letzten drei übrig geblieben sind. Neben dem üblichen Nervenkitzel kommt also noch einmal zusätzlich Druck auf, der noch mehr Spannung aufbaut. Doch der Schwierigkeitsgrad kann sich dank steiler Lernkurve leider zu einer regelrechten Mauer entwickeln. Wer sich nicht ein paar Stunden Zeit nimmt, wird das Spiel schnell frustriert zur Seite legen.

Grafisch, spielerisch und auch von der Akustik her weiß dieser Eintrag in die Serie selbst heute noch zu überzeugen. Doch die Frage steht weiterhin im Raum, wann Nintendo die Serie wiederbeleben wird. Wer wäre sie es auf jeden Fall, wie man sich hier auch davon überzeugen kann. Das Spiel ist aktuell für 7 Euro im Virtual Console eShop für die Wii U erhältlich. Wer also die hohe Schwierigkeit nicht fürchtet sollte entweder hier zugreifen, oder einfach gleich den Erstling für das Super Nintendo downloaden. Auf Sammlermärkten findet man eventuell auch noch die Spiele für Nintendo 64 und Nintendo Gamecube.