MERTERT
INGO ZWANK

Krisensitzung bei der Umweltverwaltung: Erweiterung in Mertert erfolgt in Gesamtbetrachtung

Es war ein Brief der Umweltverwaltung, der die Gemeinden diesseits und jenseits der Mosel rund um den Merterter Hafen Mitte Dezember 2014 auf die Barrikaden brachte: Innerhalb von 30 Tagen sollte man eine Stellungnahme zu den vorliegenden Planänderungen im Rahmen der Hafenerweiterung abgeben. Und Politiker und Verwaltungschefs wie der Landrat des Kreises Trier-Saarburg, Günther Schartz, reagierten mit Erstaunen auf diese geplanten Änderungen. „Die hier genannten Änderungen - vor allem hinsichtlich der Lagerung von Benzin und Kerosin sowie eine Standortverschiebung hin zur neuen Kläranlage Grevenmacher - führen zu einer gänzlich neuen Situation“, betonte Schartz. Daher forderte er in einem Schreiben an das zuständige luxemburgische Ministerium ein neues Beteiligungsverfahren.

An der Lage hat sich nichts geändert

Andere deutschen Kommunen wie die gegenüber dem Tanklager gelegene Gemeinde Temmels schlossen sich dem Protestschreiben an, auch ihnen müsse die Gelegenheit gegeben werden, ihre Stellungnahme ebenfalls neu einzureichen. Bereits in der ersten Anhörung hatte neben Temmels und der Verbandsgemeinde Konz auch der Kreis Trier-Saarburg eine Erweiterung des Tanklagers abgelehnt. Bekanntlich sind ja auch Gemeinden wie Grevenmacher nicht gerade begeistert von dem Plan: „Und daran hat sich auch nach dem gestrigen Treffen bei der Umweltverwaltung nicht viel geändert, zurückgezogen wurde das Vorhaben leider nicht“, sagte gestern der Député-maire von Grevenmacher, Léon Gloden, gegenüber dem“ Journal“.

Am Morgen hatten sich alle Beteiligten, „darunter auch die Vertreter von der deutschen Seite getroffen“, um ihre Bedenken und Stellungnahmen noch einmal vorzutragen. „Uns wurde daraufhin gesagt, dass die vorgebrachten Bedenken in diesem Stadium des Verfahrens nicht berücksichtigt werden könnten“, sagte Gloden mit dem Verweis auf das Genehmigungsverfahren in Verbindung mit klassifizierten Einrichtungen (Betriebsgenehmigung für klassifizierte Einrichtungen „Commodo/Incommodo“-Verfahren). „Was wir allerdings erreicht haben, ist der Umstand, dass nun der alte Standort und das vermeintlich neue Erweiterungsgebiet gemeinsam betrachtet und nicht mehr einzeln bewertet werden“, sagte Gloden.

Entsprechend äußerte sich auch der Pressesprecher des Kreises Trier-Saarburg, Thomas Müller: „Wir durften unser Anliegen, dass wir generell gegen eine solche Erweiterung sind, nochmals vortragen. Auch soll uns ein weiteres Umweltgutachten zugestellt werden. Im Commodo/Incommodo-Verfahren geben wir wie auch die Gemeinde Temmels dann erneut unsere Stellungnahme schriftlich rein! Ein Zeitrahmen wurde uns hier aber nicht genannt“, sagt Müller.

In einer Mitteilung an die Bürger der Gemeinden Grevenmacher und Mertert wurde darauf hingewiesen, dass die Einwohner der Gemeinden eine ausliegende Petition gegen den Ausbau der Tanklager in den Rathäusern unterzeichnen können.


Bürgermeister Gloden betonte, dass am Protestmarsch am Samstag, 7. März ab 14.00, festgehalten wird, „wie gesagt, das Projekt wurde ja leider nicht zurückgezogen.“ Die Kundgebung wird vom „Schweinsmarkt“ aus in Richtung des Tanklagergeländes der Firma Tanklux ziehen.