STEINFORT
JEFF KARIER

Villa Collart in Steinfort nach Renovierung offiziell eröffnet

Ein historisches Gebäude mit neuem Leben zu erfüllen: Das war die Idee der Gemeindeverantwortlichen, als sie beschlossen, die Villa Collart zu renovieren. „Wir wollten dabei die Seele der Villa erhalten“, erklärte Bürgermeister Guy Pettinger im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Villa am Freitagabend. Entsprechend wurde darauf geachtet, etwa die kunstvollen Stuckarbeiten, das schöne Parkett sowie die schönen Fliesen - wo es nur ging - zu erhalten oder entsprechend zu ergänzen. Das Resultat ist ein stimmiges Gesamtbild, das den Geist früherer Tage einfängt, dabei aber den modernen Anforderungen gerecht wird.

Schöffe Sammy Wagner hob die Bedeutung der Kultur für eine Gemeinde hervor. Mit der Galerie der Villa stünde nun ein neuer und attraktiver Rahmen für unterschiedliche Ausstellungen zur Verfügung. Geplant sei, neben Ausstellungen die Geschichte der Gemeinde sowie lokale und auch internationale Künstler zu präsentieren.

Zu den Ausstellungen, die aktuell zu sehen sind, gehört auch eine, die die Geschichte der Familie Collart behandelt, die nicht nur die Villa Anfang des 20. Jahrhunderts bauen ließ, sondern auch die örtliche Schmelze betrieb. Passend dazu wurde im Rahmen der Einweihung ein kurzes Referat über die Familie gehalten.

Lëtzebuerger Journal

Vielfältige Nutzung

In der Villa befinden sich neben der Galerie sowie dem Restaurant „An der Villa“, das von Thomas Murer betrieben wird, unter anderem auch die Räumlichkeiten des „Syndicat d’Initiative“ sowie zwei Konferenzräume. Zu dem Gebäude gehört außerdem ein Park, der aktuell noch instand gesetzt wird, was in einigen Monaten abgeschlossen sein wird. Dieser wird in Richtung des Rathauses hin geöffnet und mit Blick auf Parkanlagen aus der Zeit der Fertigstellung entsprechend bepflanzt. So wurden für das frühe 20. Jahrhundert typische Bäume und Sträucher ausgewählt und andere entfernt.

Hinzu kommt die Renaturierung des Baches Eisch, über den auch eine neue Fußgängerbrücke gebaut wurde. Deren Geländer besteht aus Stahlstäben, wodurch ein Bezug zu der industriellen Vergangenheit der Gemeinde und der Familie Collart geschaffen wird. Bereits in einer ersten Phase wurde der Parkplatz des Rathauses erweitert, der nach den Bürostunden den Gästen der Villa zur Verfügung steht.

Einige Überraschungen

Geplant und durchgeführt wurde die Renovation des historischen Gebäudes von Bruck + Weckerle Architekten, deren Projekt für die Neunutzung des Gebäudes 2013 zurückbehalten wurde. Dazu stieß noch der Architekt Mathieu Oly als Projektleiter. Laut Oly waren die Arbeiten immer wieder mit Überraschungen verbunden. So wurde etwa im Keller ein Brunnen sowie ein zugemauerter Raum gefunden.

Insgesamt zeigt sich auch Architektin Françoise Bruck sehr zufrieden mit dem Resultat. Die Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz und allen anderen Beteiligten sei sehr gut verlaufen, auch wenn es immer wieder etwas kompliziert war, die verschiedenen Positionen und Vorstellungen unter einen Hut zu bekommen.