RENÉ B. MENEGHETTI

Das Projekt „Choice 18+“ ist eines von sechs Projekten, das von der „Oeuvre nationale de secours Grande-Duchesse Charlotte“ in diesem Jahr als innovatives Programm im Kampf gegen Abhängigkeiten zurückbehalten wurde und mit 30.000 Euro gefördert wird. Für junge Erwachsene, die mit Cannabis erwischt werden, ist es einmalige Chance, um einen Eintrag ins Strafregister zu verhindern.

„Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft in Diekirch im Zusammenhang mit dem etablierten Choice-Programm für Minderjährige haben wir dieses Programm ins Leben gerufen, um auch jungen Erwachsenen bis 21 Jahre die einmalige Chance anzubieten, an einem Eintrag ins Strafregister, der ihre Zukunft verbauen kann, vorbeizukommen.

In dem 2015 gestarteten Programm können pro Jahr bis zu 50 junge Erwachsene teilnehmen, die entweder vom ,Parquet‘ Luxemburg oder Diekirch direkt oder auf unseren Vorschlag hin ausgewählt wurden. Im Rahmen des Programms kommen sie für drei Gruppeninterventionen und drei individuelle Gespräche zum ,Service Impuls‘. Der Background der Teilnehmer ist dabei sehr unterschiedlich. Verschiedene haben ein Lebensprojekt, andere hingegen nicht. Durch den Austausch mit anderen können sie einen Impuls bekommen, ihre Lebenssituation zu ändern. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass junge Menschen häufig einen einseitigen Blick auf den Konsum von Drogen haben und durch das Programm lernen, bestimme Dinge zu hinterfragen. Allgemein gesprochen haben Drogen oft kurzfristig einen positiven Effekt, langfristig gesehen überwiegen aber meistens die negativen Auswirkungen. Die Teilnehmer wissen auch, dass wir ihnen hier nichts nehmen wollen. Jeder muss für sich eine Entscheidung treffen.

Wenn das Programm im Rahmen einer Entkriminalisierung des Cannabis-Konsums zu sehen ist, muss auch klar sein, dass wir kein Alibi-Service sind. Um das Zertifikat zu erhalten, das jungen Erwachsenen den Eintrag im Strafregister erspart, müssen die Teilnehmer mitarbeiten und ihre Haltung muss stimmen.

Weil vorgesehen ist, das Projekt im nationalen Drogenaktionsplan zu verankern, sind wir derzeit in Verhandlungen mit dem Gesundheitsministerium. Wenn das Programm systematisch angewendet werden soll, also über die derzeit geplanten 50 Plätze hinaus, werden wir mehr Personal benötigen. Im Jahr wenden sich unabhängig des Programms inzwischen über 100 junge Erwachsene an uns, die entweder von der Polizei oder von Freunden den Tipp bekommen haben.“

Mehr Informationen unter www.im-puls.lu