PARIS
CATHERINE NOYER

Die großen Modehäuser geben vor, was Trend ist

Im Frühjahr liefen die Prêt-à-porter Schauen in Paris, um Lust auf den kommenden Herbst und Winter zu machen. Sie geben die Trends vor, die dann in etwas weniger luxuriöser Form für den Normalverbraucher umgesetzt werden.

Karo ist die Devise für die aktuelle Saison, Karo in allen möglichen Varianten, ob großflächig oder als Glencheck oder Hahnentritt, haben alle Designer der großen Modehäuser aufzuweisen. Daneben wird Leder als Blouson, Kostüm, Anzug oder Teilapplikation der Modelle verwendet.

In dieser Saison heißt es zurück in die 1950er und 60er Jahre, mit Anleihen an die damalige Underground-Kultur und die „Teddy-Girls“. Das jedenfalls ist Fakt bei Dior und wird von Designerin Maria Grazia Chiuri in Form von schwarzen Lederblousons zu wadenlangen, weiten Röcken umgesetzt. Daneben zeigt sie  plakative Karos in unterschiedlichen Farben.

Hahnentritt-Muster und Schottenkaros

Lange Röcke sind ebenfalls das Credo von Chanel, eine Kollektion, die noch von Karl Lagerfeld zusammen mit seiner Nachfolgerin Virginie Viard entworfen wurde. Die Szenografie spielt in einer Winterlandschaft mit Chalets und schneebedeckten Bergen. Schwarz-weiß dominiert, und auch hier sind es hauptsächlich große Hahnentritt-Muster und Schottenkaros, die großzügig geschnittene Woll-Outfits zum Hingucker machen.

Louis Vuitton zeigt eine junge, etwas exzentrische Kollektion, die von Nicolas Ghesquière entworfen wurde. Lederblousons kommen zu Ehren, die Röcke sind kurz. Karo ist hier eher selten, aber dafür wurde viel Leder in der Kleidung verarbeitet.

Hermès-Designerin Nadège Vanhee-Cybulski setzt den Schwerpunkt auf Leder. Ob Kostüme, Hosen oder Röcke, hier sind es stylische Gesamtoutfits, die durch Overknee-Stiefel  abgerundet werden. Ob Wild- oder Glattleder – Hermès beherrscht sein Metier als luxuriöses Lederhaus.