LUXEMBURG
MADY LUTGEN

Cheerleading ist mehr als nur schön anzuschauen

Lynn Cruchten ist leidenschaftliche Cheerleaderin und Trainerin zugleich. Da es keine weiteren Cheerleader in Luxemburg gibt, sind die „Sweet Devils“ etwas ganz Besonderes. Dem „Lëtzebuerger Journal“ beantwortete die 27-Jährige ein paar Fragen.

Ihr seid die einzigen Cheerleader in Luxemburg. Wie kamt ihr überhaupt auf die Idee, diesen Club zu gründen?

Lynn Cruchten Soweit ich weiß, sind wir die einzigen Cheerleader in Luxemburg, jedenfalls kenne ich keine anderen, außer unseren Nachwuchs-Cheerleadern. Uns, also die Sweet Devils vom Turnverein L’Espérance Esch, gibt es seit 1999. Die Idee kam von unserer ersten Cheerleader-Trainerin Juliette Caputo-Johanns. Sie wollte damals eigentlich ehemalige Kunstturnerinnen, die ihre Turn-Karriere aufgegeben hatten, mit tänzerisch-akrobatischen Auftritten neu motivieren und somit auch garantieren, dass die Mädchen dem Verein nicht den Rücken zukehren. Das hat geklappt und somit entstand die erste Cheerleader-Gruppe unter der Leitung von Juliette Caputo-Johanns und Tessy Alesch. 2006 haben dann Lynn Jankowski und ich das Coaching übernommen und sind bis heute noch Trainerinnen und aktive Cheerleader.

Was gefällt Dir an diesem Sport am meisten?

Cruchten Es ist genau diese Mischung aus Tanzen, Turnen und Akrobatik, die ich so spannend finde. Ich selbst habe jahrelang geturnt, und tanzen war auch schon immer ein Hobby. Beim Cheerleading kann ich genau das, was mir Spaß macht, miteinander verbinden und es gibt immer wieder neue Herausforderungen, vor allem wenn wir Pyramiden und Stunts trainieren. Als Cheerleader gehört man zu einem Team und man muss sich aufeinander verlassen können und sich gut verstehen. Das klappt bei uns super, und daher macht es mir auch immer noch so viel Spaß, dabei zu sein.

Werdet ihr oft gebucht?

Cruchten Wir haben im Jahr einige feste Auftritte. Dazu gehören zum Beispiel das Warm Up und Anfeuern der Läufer beim „Walfer Vollekslaf“ und dem „Postlaf“. Ende Juli sorgen wir jeweils für die Showacts (im Sand) zwischen den Promi-Spielen beim Luxembourg „Beach Open“ in Esch. Ein wichtiges Wochenende für uns ist natürlich auch unsere große Vereins-Gala, die übrigens dieses Jahr am 15.und 16. Juni in Esch stattfindet. Ansonsten treten wir dort auf, wo wir angefragt werden. Manchmal ist das der Fall bei Handball-, Fußball- oder Basketballspielen, irgendwelchen Volksfesten oder aber, wie nun am letzten Wochenende, bei der Eröffnung der Spiele der kleinen europäischen Staaten. Jeder kann uns buchen und wenn es zeitlich passt, dann sorgen wir gerne für gute Stimmung.

Kann jeder bei euch mitmachen? Was sind die Voraussetzungen?

Cruchten Wir sind an sich eine geschlossene Gruppe, die lange nur aus Mitgliedern unseres eigenen Turnvereins bestanden hat. Seit zwei Jahren organisieren wir aber auch Castings, an denen jeder teilnehmen kann. Man muss allerdings mindestens 15 Jahre alt sein, etwas Erfahrung im Turnen und auf jeden Fall Rhythmus-Gefühl haben. Beim Casting wird meist eine kleine, aber schnelle Choreografie geprobt, und wir versuchen, die Teilnehmerinnen in Pyramiden und Stunts einzubauen. Dabei geht es vor allem um Kraft und Spannung. Wer es dann im Endeffekt ins Team schafft, besprechen wir intern mit unserem Vereins-Vorstand. Wie schon vorhin erwähnt, ist es auch wichtig, dass die Teilnehmerinnen Vertrauen aufweisen und zusammenarbeiten können, denn wir sind EIN Team!

Wie lange wirst Du diesen Sport noch betreiben? Gibt es da eine Altersbegrenzung?

Cruchten Ich denke Cheerleading kann man so lange betreiben, wie man sich fit und gesund fühlt. Eine klare Altersbegrenzung gibt es nicht. Es hängt natürlich auch immer davon ab, welche Rolle man im Team hat (Flyer, Base, Back Stop usw.). Anders als viele denken, gehört zum Cheerleading nämlich nicht nur schön rumzustehen und mit den Pompons zu wedeln. Es ist eine anstrengende und teils auch recht gefährliche Sportart, weil geturnt wird und natürlich Menschen-Pyramiden gemacht und Leute in die Luft geworfen werden (lacht). Ich glaube, die meisten Cheerleader beenden ihre Karriere, wenn der Körper anfängt zu schwächeln, Verletzungen auftreten oder man als Frau Nachwuchs erwartet. Auf mich trifft bisher nichts von all dem zu, so dass ich dem Team hoffentlich noch einige Jahre erhalten bleibe.