LUXEMBURGINGO ZWANK

Was die CFL für die „gesunden Arbeitsplätze für jedes Alter“ unternimmt

Ein wichtiges Themenfeld, sind doch 20 Prozent der Beschäftigten im Unternehmen 50 Jahre und älter: Das gesunde und sichere Arbeitsumfeld bei der Bahngesellschaft CFL für die rund 4.200 Mitarbeiter - und dies in allen Lebenslagen. Warum ist da ein Unternehmensengagement gefragt?

Weil sichere und gesunde Arbeitsbedingungen während des gesamten Erwerbslebens gut sind für Arbeitnehmer, Unternehmen und die Gesellschaft insgesamt. Dies ist auch die Hauptbotschaft der EU-Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze“ 2016-2017.

Es steht fest: Die europäische Erwerbsbevölkerung altert. Das Renteneintrittsalter steigt und das Arbeitsleben wird sich höchstwahrscheinlich verlängern. Arbeiten ist gut für die körperliche und geistige Gesundheit, und durch ein gutes Sicherheits- und Gesundheitsschutzmanagement wird die Produktivität und Effizienz gesteigert.

Unfälle vermeiden

„Der demografische Wandel kann Probleme verursachen, aber durch die Sicherstellung eines gesundheitsfördernden Arbeitslebens können diese Herausforderungen bewältigt werden. Wir wollen Unfälle oder auch posttraumatische Folgen vermeiden, damit unsere Arbeiter besagtes gesundes Arbeitsumfeld haben und fit bleiben“, sagte Yves Baden, Direktor „Ressources Humaines“ der CFL, gestern bei der Vorstellung der Unternehmensideen.

Um ein optimales Arbeitsumfeld zu schaffen, muss man damit anfangen, dass die Mitarbeiter keine Scheu haben, Mängel anzusprechen, „eine offene Kommunikation ist wichtig.“ So soll auch ein Zusammengehörigkeitsgefühl geschaffen werden, dass jeder für das Wohl des Kollegen mitverantwortlich ist. „Haben da Mitarbeiter Angst vor Repressalien, können sie sich auch anonym an Vertrauenspersonen wenden.“

Maßnahmen der Gesellschaft sind unter anderem seit 2009 die Sicherheitstage bei der CFL.

Im vergangenen Mai fanden die 8. Gesundheitstage bei der CFL statt. Auch eine Sensibilisierung bezüglich Gefahren auf dem Weg zur Arbeit wird da im Betrieb angerissen.

Doch auch die Gesundheit am Arbeitsplatz ist wichtig. Probleme im Schicht- oder auch Nachtdienst werden angesprochen. „Wie kann man mit einem gesunden Leben diesem Effekt entgegenwirken: Mit passenden Schichtplänen, mit Veranstaltungen zur Lebensgestaltung. Auch mit dem Programm „Prävention von psychosozialen Risiken“ wollen wir hier dem Mitarbeitern eine Hilfestellung geben.“

Neu: „Gesundheitscheck 50+“

Auch rund um Alkohol, Drogen oder Medikamente werden Beratungen und Hilfen angeboten, „alles wichtige Bereiche, gerade in einem Betrieb, wo doch einiges passieren kann. Man muss den Leuten die Hemmungen nehmen und deutlich machen, dass sie sich melden können.“ Dazu gehört auch eine mögliche Begleitung zum Beispiel nach einer Entziehungskur.

Selbstverständlich gehört jetzt auch ein „Gesundheitscheck 50+“ zu diesem Programm der Bahngesellschaft, quasi ein Früherkennungsprogramm für den Mitarbeiter, dies in einer Art und Weise, dass die Direktion nichts von den Ergebnissen erfährt. „Alles freiwillig, aber wir wollen natürlich die Mitarbeiter motivieren, diese Chance zu nutzen.“ Eine solche Maßnahme kann dann auch während der Arbeitszeit durchgeführt werden. Werden beispielsweise Probleme am Arbeitsplatz festgestellt, kann es sein, dass bei längerer krankheitsbedingter Abwesenheit eine ärztliche Visite des Arbeitsplatzes erfolgt und dieser dann entsprechend angepasst wird oder der Mitarbeiter an einen anderen Arbeitsplatz versetzt wird.

Ein Selbstmord auf der Schiene beispielsweise ist nur eine, wenn wohl die schlimmste Situation, mit der Mitarbeiter bei der Bahn umgehen muss. Ein wichtiger Faktor in diesem Kontext ist daher der psychologische Dienst.

Rund 200 Personen suchen so im Jahr den Dienst auf, darunter auch einige, die sich wegen Stress am Arbeitsplatz an die Stelle wenden.

Sollte dann ein Aktionsplan für den Mitarbeiter notwendig sein, dann wird dieser individuell aufgestellt. „Dies kann auch weitere Ausbildungen beinhalten, um an einer anderen Stelle im Unternehmen tätig zu sein.“

Umfragen alle drei Jahre

Im Rahmen eines Managementsystems will man sich bei der CFL auch weiter perfektionieren, „so tauschen wir uns auch mit anderen Unternehmen diesbezüglich aus“, sagt Baden. So hat sich das Unternehmen nun die Zielsetzung „Wohlfühlklima am Arbeitsplatz“ mit den Pfeilern Klima und Motivation/Engagement gesetzt, wo das Unternehmen ein passendes Arbeitsumfeld zur Verfügung stellt. Dies wird mit einer Umfrage bei den Arbeitnehmern starten, Arbeitspläne folgen und anschließend Aktionen. „Dies soll im Rhythmus von drei Jahren erfolgen. Eine erste Umfrage wurde gerade abgeschlossen.“ Viele Einzelaktionen sollen gebündelt und konzipiert werden. „Damit wollen wir den Erfolg der Aktionen erkennen und auswerten, für eine positive Einstellung der Mitarbeiter und dem passenden Umfeld.“