CLAUDE KARGER

Was ist eigentlich die hart umkämpfte Sekundarschulreform dran? In einem Interview mit dem „tageblatt“ klärt Noch-Schulministerin Mady Delvaux-Stehres auf: Der Text, nicht perfekt, aber der „größtmögliche Konsens“, liege noch beim Staatsrat. Dass der Entwurf von der nächsten Regierung überarbeitet wird, glaubt die scheidende LSAP-Spitzenpolitikerin, die mit reichlich Streusalz umher werfen musste, um die auch noch durch die CSV-geführte Beamtenreform zusätzlich vereisten Fronten mit den Lehrergewerkschaften ein wenig aufzutauen, indes nicht. „Unsere Schule kann sowieso nicht auf gewisse Reformen verzichten. Egal welcher Partei man angehört, jeder muss sich mit der Realität, wie z.B. der Zusammensetzung der Bevölkerung, auseinandersetzen.“ Richtig. Auch das stimmt: „Unser Schulsystem ist eigentlich für Kinder konzipiert, die zu Hause luxemburgisch reden, das ist aber nur für rund die Hälfte der Schüler die Realität“. Aber das: „Mir geht es nicht darum, dass jeder ein Diplom erhält, ich weine aber um jedes intelligente Kind, das kein Diplom erhält“? Da muss sie in ihrer Amtszeit wohl fuderweise Tränen vergossen haben? Aber Spaß beiseite, zu ernst ist die Lage: Das Thema Bildung ist Topp-Priorität für Luxemburg. Lang nichts mehr davon gehört. Zu lange. Dabei gibt es noch so unglaublich viel zu tun.