LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

Das „Oeuvre Nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte“ und seine Aufgaben

Gegründet wurde das „Oeuvre Nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte“ Weihnachten 1944 in London, um die Opfer des Zweiten Weltkrieges zu unterstützen. Um diese Hilfsaktionen zu finanzieren, wurde 1945 die „Loterie nationale“ (Nationallotterie) ins Leben gerufen. Im Laufe der Zeit sollte das Feld der Nutznießer auf Stiftungen und Vereinigungen aus den Bereichen Soziales, Kultur, Sport und Umweltschutz ausgeweitet werden.

Die Missionen des „Oeuvre“

Das Gesetz vom 22. Mai 2009 definiert die Missionen des „Œuvre Nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte“ wie folgt:

• die Unterstützung der Luxemburger Opfer des Krieges von 1940-1945

• die Unterstützung sozialer Organisationen bei der Erreichung der Ziele, die sie sich in ihren Statuten gesetzt haben

• die Unterstützung nationaler Organisationen in den Bereichen Kultur, Sport und Umweltschutz

• sich innerhalb der durch großherzogliche Regelung festzulegenden Grenzen an den Ausgaben der kommunalen Sozialämter und des Nationalen Solidaritätsfonds zu beteiligen

• die Nationallotterie zu organisieren und zu verwalten.

Ausrichtung auf die nächsten Jahre

Das „Oeuvre“ möchte seine Bemühungen

der Vergangenheit fortsetzen, um den unerfüllten Bedarf innerhalb der luxemburgischen

Gesellschaft in den Bereichen ihres Handelns zu ermitteln.

Zu diesem Zweck:

• wird das „Oeuvre” qualitative Bewertungen subventionierter Projekte durchführen, um die Auswirkungen ihrer Maßnahmen festzuhalten und ihre Tätigkeiten entsprechend anzupassen

• wird das „Oeuvre“ seine Beziehungen zu wiederkehrenden Begünstigten ausbauen mit dem Ziel, Synergien zugunsten der luxemburgischen Gesellschaft zu schaffen

• wird das „Oeuvre“ eine Diskussion mit der Regierung führen, um einen kohärenten Ansatz für die an die Sozialämter verteilten Mittel zu schaffen

• wird das Hilfswerk die Vorzüge einer stärkeren Investition in neue Themen untersuchen und gleichzeitig versuchen, Nischen zu ermitteln, in denen die Intervention des „Oeuvre“ einen Mehrwert im Vergleich zu bestehenden Initiativen in Luxemburg haben könnte

• wird es weiterhin eine transparente und wirksame „Governance“ entwickeln

• wird es die Aktivitäten der Nationallotterie weiter unterstützen, insbesondere durch die Diversifizierung des Spektrums der Spiele der Nationallotterie bei gleichzeitiger Förderung verantwortungsbewusster Glücksspiele.

Lëtzebuerger Journal

Die 75 steht für ein buntes Aufgabenfeld

Neuer visueller Auftritt zum Jubiläumsjahr


Damit das „ „Oeuvre““ nicht auf Dauer eine unbekannte Größe bleibt, hat man sich zum 75. etwas einfallen lassen. Immer unter der Vorgabe, dass das „Oeuvre“ aufgrund seiner Aufgaben für Menschen steht, wurden fünf junge Künstler, die Bindungen an den Fonds sTART-up des Sozialwerks haben, damit beauftragt, das 75-jährige Bestehen des Sozialwerks für eine Öffentlichkeitskampagne grafisch zu veranschaulichen. Als Besonderheit gehört auch eine Jubiläumsmarke der Luxemburger Post dazu, seit dem 3. Dezember wird der entsprechende Block „Depuis 75 ans“ von der luxemburgischen Post vertrieben.
Letztendlich wurde der Entwurf der Designerin Julie Conrad von einer fachkundigen Jury ausgewählt. Der Entwurf von Conrad setzt die fünf Aufgabengebiete Soziales, Kultur, Umwelt, Sport und Erinnerungskultur so um, dass sie auf florale Art und Weise quasi aus der 75 sprießen. PW

Der Blick geht nicht nur zurück

Veranstaltungen rund um 75 Jahre „Oeuvre“ und Nationallotterie

Nach den beschriebenen Ereignissen des 23. Januars 1945 überrascht es nicht, dass der Reigen der Feiern und Veranstaltungen zum doppelten 75. Geburtstag von „Oeuvre“ und Nationallotterie am 23. Januar 2020 beginnen werden. Den Auftakt bildet eine Festsitzung im „European Convention Center Luxembourg“ in Anwesenheit des Erbgroßherzogs und des Premierministers.
Vom 19. März bis zum 25 Juli wird eine historische Ausstellung im Nationalarchiv das Werden und das Wirken des „Oeuvre“ zeigen.
Eine Fotoausstellung unter dem Titel „mateneen“ im Ratskeller (Cercle Cité) beschäftigt sich dann mit der Gegenwart des „ „Oeuvre“ Nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte“. Dabei geht es vor allem um das Sozialleben der anerkannten Flüchtlinge und der Asylbewerber in Luxemburg zu zeigen. Die Ausstellung dauert vom 20. März bis zum 3. Mai 2020.
Mit der „Semaine découverte du monde associatif“ vom 2. bis 11. Juni geht es darum, die vom „Oeuvre“ unterstützen Vereine und Verbände der Öffentlichkeit vorzustellen, damit sie jedermann kennen lernen kann. Am 13. Juni folgt dann das große Fest des Sozialwerks, das sich an alle Akteure und Nutznießer wendet. Am 24. September geht es in einem „Knowledge“- Kaffee bei fünf Gesprächen am „Runden Tisch“ um die fünf Aufgabenfelder des „Oeuvre“. Den Abschluss der Feierlichkeiten bildet ein öffentlicher Meinungsaustausch zum Thema „Memoire“ der sich mit möglichen Erinnerungsprojekten für das Jahr 2021, vor allem an die Zeit des Zweiten Weltkriegs, beschäftigen soll. PW