LUXEMBURG
LJ

„Association des Antennes Collectives“ feierte 25. Jubiläum

Vor einem halben Jahrhundert begannen technikbegeisterte Tüftler die ersten Kabelfernsehnetze in Luxemburg aufzubauen. Es war ihnen daran gelegen, das Fernseherlebnis qualitativ zu verbessern durch eine zuverlässigere Infrastruktur als die lange üblichen individuellen Fernsehantennen, die das terrestrische Fernsehsignal mal gut, mal schlecht empfingen.

Die Feier gestern Abend zum 25. Jubiläum der „Association des Antennes Collectives“ in Dommeldingen begann erwartungsgemäß mit einer Hommage an die Pioniere der Kabelnetze, die durch ihre Arbeit nicht nur die „Demokratisierung des Fernsehens“ weiter trieben, wie Kulturstaatssekretär Guy Arendt unterstrich, sondern auch das Fundament eines Netzwerks legten, das heute ein wichtiger Baustein für die Hochgeschwindigkeits-Internet-Versorgung der Haushalte und Unternehmen in Luxemburg ist.

Arendt kennt die Arbeit der Kollektivantennen gut, war er doch zwölf Jahre lang Bürgermeister der Gemeinde Walferdingen, wo eine der am längsten bestehenden Vereinigungen sitzt. Die „Télédistribution-Walferdange asbl“ wurde 1968 gegründet.

Glasfaser und Autorenrechte

Die Zahl der Vereinigungen aber schrumpft auch angesichts der steigenden Auflagen und Kosten in einer Welt, die von Konvergenz geprägt ist. Wie AAC-Präsident Paul Denzle hervorhob, bleibt das Kabel in Luxemburg das meistgenutzte Medium für den TV-Empfang, steht aber immer stärker in Konkurrenz mit Satellit und vor allem Fernsehen über Internet.

Der Vorteil des Kabels ist, dass es bereits einen Breitbandanschluss in die Wohnungen gebracht hat, über den längst nicht nur Fernsehsignale laufen, sondern auch Internet- und Telefonverbindungen. Die Kabelnetzbetreiber bieten so seit Jahren Pakete mit unterschiedlichen Dienstleistungen an und sind folglich als Telekom-Anbieter registriert. Allerdings benötigen sie dafür auch den Anschluss an das Glasfaser-„Backbone“, das in den letzten Jahren mit kräftiger staatlicher Unterstützung entstanden ist. AAC-Generalsekretär Nico Binsfeld hob in diesem Sinne das Rahmenabkommen mit LuxConnect hervor, das insbesondere kleineren Netzen im ländlichen Raum ermöglicht, durch Anbindung an das neutrale, ultra-schnelle „Backbone“ ihre Abonnenten an der digitalen Informationsgesellschaft teilhaben zu lassen. Binsfeld erinnerte auch daran, dass weniger technische Fragen vor 25 Jahren der Auslöser für die Gründung der AAC waren als vielmehr die Diskussion betreffend die Autorenrechte für die Kabelweiterverbreitung von TV-Signalen. Nach der Devise: „Einigkeit macht stark“ schlossen sich die Betreiber zusammen um so mehr Gewicht in die komplexen Verhandlungen mit den Programmanbietern zu bringen. Die Autorenrechtefrage bleibt ein Dauerbrenner, denn die territorialen Barrieren in der EU fallen nur langsam. In Zeiten der Technologie- und Medienkonvergenz sei es dem Verbraucher schwer zu erklären, weshalb er in Luxemburg nicht an verschiedene Programme kommt und weshalb Inhalte per Fernsehsignal verbreitet werden können, nicht aber im Internet. Unter anderem darüber diskutierte ein Expertenpanel mit Ed Wangen (LuxConnect), Jean-Lou Siweck (Staatsministerium), Nico Binsfeld und Paul Denzle sowie Thomas Braun, der Präsident des Verbandes Deutscher Kabelnetzbetreiber (ANGA), der über 200 Unternehmen der deutschen Breitbandbranche vertritt.

Mehr: tinyurl.com/AntennesCollectives