LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Beim Fedil-Neujahrsempfang ging es um digitale Entwicklungen und künstliche Intelligenz

Der luxemburgische Industrieverband Fedil setzt auf neue Technologien und demonstrierte das, in dem er auf seinem Neujahrsempfang in der Luxexpo erstmals eine „Tweetwall“ einsetzte, die nur von wenigen der rund 500 Gäste genutzt wurde.

Fedil-Präsident Nicolas Buck sorgte sich wegen des Brexits um die Wachstumsmöglichkeiten und bat Premier Xavier Bettel um Unterstützung.

Vor einem sehr gut besetzen Saal kritisierte Buck die Arbeitszeitregelung und forderte ein klares Profil für das Land. Er fürchtet, dass Jeremy Rifkin (der Soziologe erarbeitete eine Studie zur Zukunft der luxemburgischen Wirtschaft) die Wirtschaft noch stark spalten wird, sieht aber keine Alternative zu einer besseren Zusammenarbeit und der Nutzung von Technologie.

Wege in die Galaxie

Gastredner Professor Jürgen Schmidhuber sprach über „künstliche Intelligenz“. Schmidhuber erhielt zahlreiche Preise für seine Arbeiten dazu, die unter anderem Handschriftenerkennung, Spracherkennung, maschinelle Übersetzung und automatische Bildbeschreibung beeinflussten. Er verblüffte das Publikum mit der Einsicht, dass selbstfahrende Autos schon 1995 in Deutschland getestet wurden.

„Derzeit ist künstliche Intelligenz auf dem Niveau eines kleinen Kindes. Aber in ein paar Jahren sind wir weiter“, sagt er. Schon jetzt können Autos ohne Lehrer lernen, selbst einzuparken und PCs lernten, medizinische Bilder von Krebszellen richtig zu interpretieren. Dieser Effekt wird anhalten, da Computer alle fünf Jahre zehn Mal preiswerter werden. Die Entwicklung beschreibt Schmidhuber als atemberaubend. Für ihn ist der Weg in die Galaxie vorgezeichnet.

Bedeutet das, dass die Fedil-Mitglieder demnächst von Robotern ersetzt werden? Momentan jedenfalls nicht. Premier Xavier Bettel gratulierte der Fedil zum Rebranding. „2016 war ein schwieriges Jahr, aber das ist immer auch die Möglichkeit, sich auf seine Werte zu konzentrieren“ stellte er fest. Bettel erzählte, dass in Davos die Atmosphäre gedämpfter als sonst war angesichts von Brexit und Trump. „Ausgerechnet der chinesische Staatschef sprach sich dann für freien Handel aus“, sagte er. Auch die digitale Revolution gehöre zu den neuen Entwicklungen, die klar vorhersehbar seien. „Wenn wir unsere Hausaufgaben gut machen, werden wir in einer nachhaltigeren Welt als zuvor leben“, zeigte er sich überzeugt.