LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

40 Jahre „Amis du Château de Vianden“ – Was die Vereinigung alles leistet

Am Freitag feierten die „Amis du Château de Vianden“ ihren 40. Geburtstag. Von dem Namen sollte man sich derweil nicht täuschen lassen, es handelt sich nämlich keineswegs um einen kleinen Verein, der sich aus ein paar schlossbegeisterten Personen zusammensetzt, ganz im Gegenteil, ohne die Arbeit und den andauernden Einsatz der Vereinigung würde im und um das Schloss Vianden wohl nicht viel laufen. Welche Aufgaben die „Amis du Château“ erfüllen, erklärt Jessica Ersfeld, ihres Zeichens Personalchefin sowie Verantwortliche für die tägliche Geschäftsführung und das Kulturprogramm, im Gespräch mit dem „Journal“.

Mit welchem Ziel wurden die „Amis du Château de Vianden“ seinerzeit gegründet?

Jessica Ersfeld Das Schloss ist heute bekanntlich in Staatsbesitz. Der letzte Schlossbesitzer war Großherzog Jean. Die Vereinigung wurde damals gegründet, um sich vor Ort um die Verwaltung zu kümmern. Wir funktionieren als ASBL, demnach mit einem Vorstand um den Präsidenten René Steichen. Was das Personal anbelangt, so arbeiten wir als 16-köpfiges Team vor Ort und sind in ständigem Kontakt mit dem Vorstand.

Was fällt alles in den Bereich „Gérance“ des Schlosses?

Ersfeld Der „Service des Sites et Monuments“ kümmert sich um alles, was Restaurierung und Instandhaltung anbelangt. Wenn also eine Mauer in sich zusammenfällt, fällt der Wiederaufbau in ihren Verantwortungsbereich. Die „Amis du Château“ sind für die Innenräume zuständig, also für die Einrichtung, die Möbel und so weiter. Darüber hinaus obliegt es uns, das kulturelle Programm auf die Beine zu stellen. Ein gewisses Angebot soll das ganze Jahr über garantiert sein, damit Leben ins Schloss kommt. Dazu gehören etwa bis zu 15 eher klassisch ausgerichtete Konzerte, ein Mittelalterwochenende  namens „Portae Temporis“, die „Veiner Pabeier- und Béicherdeeg“ und allen voran das große Mittelalterfest, das neun Tage lang dauert. Alles am Laufen zu halten, ist eigentlich unsere Hauptaufgabe. 

Was hat sich in den letzten Jahren auf dem Burgareal getan?

Ersfeld Wir versuchen immer wieder, etwas Neues anzubieten, dies selbstverständlich in Absprache mit den Ansprechpartnern von „Sites et Monuments“. Diese Zusammenarbeit läuft übrigens sehr gut. Vor rund fünf Jahren kam beispielsweise eine Cafeteria hinzu, genau wie ein Souvenirshop. Letztes Jahr im Oktober haben wir ein Informationszentrum eröffnet. Wir bemühen uns außerdem darum, im Burginnern regelmäßig Änderungen vorzunehmen. Inzwischen bieten wir den Besuchern zudem Audioguides an. Solche Neuheiten sind wichtig, damit das Viandener Schloss im Gespräch bleibt. Es soll sich schließlich weiterentwickeln, damit die Leute, die schon mal hier waren, Lust bekommen, erneut vorbeizuschauen, um diese Neuheiten zu entdecken.

Wie sieht es mit den Besucherzahlen aus?

Ersfeld Diese sind in den letzten Jahren relativ konstant geblieben. Die Holländer liegen mit ungefähr 30 Prozent nach wie vor vorne. Ansonsten kommen die Besucher aber eigentlich von überall her, natürlich auch aus Luxemburg, dies besonders am Wochenende. Zahlreiche Schulklassen besuchen das Schloss überdies jedes Jahr.

Nun gibt es noch andere interessante Burgen und Schlösser in Luxemburg und der Großregion. Was ist das Besondere am Viandener Schloss?

Ersfeld Einfach die Tatsache, dass es wieder komplett aufgebaut und noch dazu eingerichtet wurde. Es war ja wirklich eine Ruine. Man kann es außerdem das ganze Jahr über, also sogar im Winter, besuchen. In der Tat gibt es noch andere wunderschöne Schlösser in der nicht allzu weit entfernten Umgebung, warum gerade Vianden damals wieder aufgebaut wurde, weiß ich nicht, es war aber eine gute Idee (lacht). Natürlich bleibt in Sachen Restaurierung oder Instandhaltung immer irgendetwas zu tun, schließlich ist es ein sehr altes Gebäude.

Was steht denn als nächstes an?

Ersfeld Demnächst wollen wir die Beschilderung erneuern und möglicherweise auch die Möbel etwas überdenken, obwohl es natürlich keine Originalmöbel mehr aus der Zeit gibt. Gerade erst haben wir dafür aber den „Héil“ (Kesselhaken) aus dem Jahr 1647 vom Nationalmuseum zurückbekommen, der jetzt wieder an seinem Originalplatz hängt. Bislang hatten wir nur eine Kopie davon. Außerdem haben wir eine Installation am Brunnen angebracht, um Wasser nach oben zu befördern. Die Beleuchtung wurde ebenfalls erneuert. Jetzt soll auch noch das Dach beleuchtet werden. Momentan wird zudem die Kapelle renoviert. Wir haben also immer wieder ein neues Projekt am Laufen.

Und wie feiern die Schlossfreunde ihr 40. Jubiläum?     

Ersfeld Gefeiert wird an diesem Freitag, dem 23. November im Schloss. Die Militärmusik gibt ein Konzert im „Vic. Abens“-Saal. Hinzu kommen Reden, unter anderem von unserem Präsidenten René Steichen. Kulturstaatssekretär Guy Arendt hat sein Kommen ebenfalls angekündigt. Und im Anschluss gibt es natürlich ein Stück Geburtstagskuchen und ein Glas Sekt im Rittersaal.