LORENTZWEILER
SIMONE MOLITOR

Diana Calvario ist leidenschaftliche iPhoneographin

Früher haben wir uns gegenseitig Briefe geschrieben oder ab und zu telefoniert. Irgendwann kam das Handy und mit ihm das SMS-Schreiben. Dann folgte das iPhone und plötzlich war alles möglich. Das Smartphone ist auf dem besten Weg, auch noch die Fotografie zu revolutionieren. Die Zahl der bekennenden iPhoneographen wächst immer weiter. Zu ihnen gehört auch Diana Calvario, die bereits bei zwei Ausstellungen ihre iPhone-Werke gezeigt hat. Sie ist immer erreichbar, weil sie nie ohne ihr iPhone aus dem Haus geht.

Wie haben Sie die iPhoneographie für sich entdeckt?

Diana Calvario Ganz einfach dadurch, dass ich mir ein iPhone zugelegt habe. Ich gehöre wohl zu der Generation, die sich nicht sofort darauf gestürzt hat. Vor drei Jahren habe ich dann mit meinem damaligen iPhone 4 angefangen, Fotos von meiner Tochter zu schießen, also Schnappschüsse, wie sie wohl jeder macht. Irgendwann habe ich dann ganz auf die Kamera verzichtet und nur noch mit dem iPhone fotografiert. Durch Facebook und Freunde, die sich schon damals mit iPhoneographie beschäftigt haben, habe ich dann auch mehr über Fotobearbeitungs-Apps erfahren und schließlich angefangen, eine nach der anderen runterzuladen. Am Ende waren es deren mindestens 60. Ja und dann habe ich angefangen, alles Mögliche zu knipsen und anschließend zu bearbeiten.

Und dann folgte der Schritt in die Kunstszene?

Calvario Genau, bislang hatte ich zwei Ausstellungen, die beide gut besucht waren. Das Interesse war so groß, dass ich gefragt wurde, einen Workshop zu leiten, um zu zeigen, was man fototechnisch alles mit dem iPhone machen kann, wie man also kunstvolle Fotos schafft. Das geht bis ins Abstrakte rein. Man kann sich wirklich wahnsinnig amüsieren.

Haben Sie eigentlich vorher schon fotografiert?

Calvario Ich würde mich nicht als Fotografin bezeichnen und habe auch keine richtige Erfahrung in diesem Bereich. Ich habe zwar immer schon gerne Fotomanipulationen am Computer gemacht, aber selbst fotografiert eher weniger. Jetzt ist es ja so, dass ich die Fotos nicht vom iPhone auf den Computer lade, nein, ich bearbeite sie direkt dort. Alles läuft übers iPhone. Von den 60 Apps nutze ich meist fünf oder sechs. Irgendwann entwickelt das Ganze eine Eigendynamik, und du willst immer mehr ausprobieren. „Learning by doing“ eben.

Ist diese Kunstrichtung weit verbreitet?

Calvario Ja, iPhoneographie findet tatsächlich weltweit großen Anklang, deshalb kommt es auf einschlägigen Internetseiten auch immer häufiger zu einem regen Erfahrungsaustausch. Auch in Luxemburg gibt es bereits einige Anhänger der iPhoneographie, beispielsweise macht auch François Besch viel in diesem Bereich. Er stellt übrigens derzeit in der Galerie Clairefontaine aus.

Was ist Ihr Lieblingsmotiv?

Calvario Die Natur. Für das iPhone gibt es ein so genanntes Olloclip, also ein Objektiv. Mit dieser Makrolinse kann man beispielsweise einen Regentropfen auf einer Blume sehr gut fotografieren. Ich fange auch sehr gerne Landschaften mit einem wolkenbehangenen Himmel mit der iPhone-Kamera ein. Ein blauer Himmel ist nur schön für den Betrachter aber nicht für das Foto. Wolken geben dem Foto gleich eine ganz andere Dynamik. Was mich natürlich ärgert sind die ewigen Hochspannungsleitungen quer durch die Landschaft.